What is the penalty for killing a language?

(Ralph Fisher)

Der Duden gendert

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Es war einmal eine allgemein anerkannte Institution, die die Entwicklung der deutschen Sprache beobachtet hat und sich erst dann zu einer Aufnahme neuer Begriffe oder Wendungen entschloss, wenn sie eine voraussichtlich dauerhafte Verbreitung in der Alltagssprache gefunden hatten. Jetzt wird also gegendert und selbst bestimmt, was in die Alltagssprache gehört. Das hat etwa das gleiche Niveau, als würde ein Standardwerk der Pharmazie homöopathische Globuli ins Regelwerk aufnehmen. Die sind schließlich auch in bestimmten Kreisen weit verbreitet.

„Es hat ja wohl eine Aussagekraft, wenn ganze Länder und Städte Verwaltungsvorschriften erlassen für eine geschlechtergerechte Sprache.“
(Kathrin Kunkel-Razum, Chefredakteurin des Dudenverlags).1

Ja, hat es: Dass es in etlichen Universitäten und Behörden offensichtlich Menschen gibt, die nichts Sinnvolles zu tun haben und stattdessen Leitfäden spinnen. Leitfäden zu einem Thema, von dem sie

a) nichts verstehen, für das sie
b) auch gar nicht zuständig sind, und wofür sie
c) durch nichts und niemanden legitimiert sind.

Zum Beispiel die sehr weibliche Hansestadt Lübeck3. Oder die Universität Köln und die des Saarlandes2. Und dass es für diese Behörden verantwortliche Politiker gibt, die diesem Treiben nicht nur nicht Einhalt gebieten, sondern das auch noch unterstützen oder sogar initiieren.
Sind Verwaltungsvorschriften neuerdings das Regelwerk der deutschen Sprache? Wird das Regelwerk der deutschen Sprache von Beamten und Politikern erfunden oder von (richtigen) Sprachwissenschaftlern aus der Beobachtung und Analyse des allgemein gelebten Sprachgebrauchs abgeleitet? Unterbeschäftigte Beamte, Frauen- oder Gleichstellungsbeauftragte und opportunistische Politiker sind also „ganze Länder und Städte“?
Selbst Frau Dr. Krome platzt da mal der Kragen (aber nur ganz vorsichtig):

„Mit seinem Vorgehen könnte sich der Duden-Verlag einen Bärendienst erweisen, meint die Geschäftsführerin des Rats für deutsche Rechtschreibung, Sabine Krome.“ (Spiegel Online)4

Sie hat offensichtlich die Probleme erkannt, aber den Mut, dagegen mit der angemessenen Deutlichkeit vorzugehen, bringt sie dann doch nicht auf. Wohl, weil sie den Genderideologen immer noch grundsätzlich positive Absichten unterstellt? Henning Lobin, Direktor des Leibniz-Instituts für Deutsche Sprache und Mitglied im Rat benutzt ungeniert den Begriff „feministische Linguistik“.5, 11

„Ziel dieser dezidiert politisch ausgerichteten Forschungsrichtung …“, „Dieses neue Forschungsfeld mit seinem gesellschaftspolitischen Anspruch …“ (Susanne Günthner)6

Linguistik sollte doch wohl eine Wissenschaft sein, wie passt das mit einer politischen Bewegung zusammen? Das heißt doch, dass die wissenschaftliche Objektivität zu Gunsten einer wie auch immer zu bewertenden ideologischen Sichtweise aufgegeben wurde, und man sich damit als Wissenschaft disqualifiziert hat. Sie kann (und will) damit ihre Hypothesen gar nicht mehr kritisch hinterfragen.
Gibt es auch feministische Mathematik oder Genderchemie, nationalistische Philosophie oder gar atheistische Theologie? So etwas gab es alles schon mal7 mit „marxistisch-leninistischer Philosophie“8 und sogar mit „arischer Physik“9.

Eine „faschistische Linguistik“ haben aber nicht mal die Nationalsozialisten erfunden. Allerdings haben sie – sogar mit einigem Erfolg – die Sprache beeinflusst. Es hat aber nur deshalb eine Zeit lang funktioniert, weil ein erheblicher Anteil der Bevölkerung der Ideologie zumindest nicht ablehnend gegenüberstand. Vor allem aber auch, weil es lebensgefährlich sein konnte, nicht mitzumachen. Viktor Klemperer hat das in seinem Buch LTI10 (Lingua Tertii Imperii – Die Sprache des Dritten Reiches) ausführlich untersucht. Das hat sogar funktioniert, ohne „in Konflikt mit grammatischen Regularitäten und orthografischen Normen“ zu geraten. Was aber ist davon geblieben? Einige Neuschöpfungen haben zwar Eingang in die Sprache gefunden, ihre ursprüngliche Bedeutung aber weitgehend verloren. Andere sind höchstens noch in gewissen Milieus zu finden.

Auf die Frage, wem unsere Sprache gehört, antwortet Lobin wahrheitsgemäß:5„Uns allen gemeinsam“. Warum unterstützt er dann eine Bewegung, die sich die Sprache aneignen, sie „erobern“ will? Er behauptet in diesem Interview sogar, das generische Maskulinum würde sich sprachhistorisch nicht klar nachweisen lassen. Das ist mindestens umstritten (Hackstein12, Scholten13), wenn nicht sogar einfach falsch. Seine Erklärung mit den Berufsbezeichnungen aus dem Mittelalter ist der typische Fall einer plausibel klingenden, aber (bewusst?) falschen Behauptung: Kennt Herr Lobin den Unterschied zwischen Korrelation und Kausalität nicht? Männliche und natürlich auch weibliche Sünder, Händler, Jäger, Sammler, Heiler, Priester und Krieger gab es lange vor und auch im Mittelalter. Aber selbst wenn das so wäre, dann wäre Gendersprache also der Versuch, einen gerade stattfindenden Sprachwandel aufzuhalten oder sogar wieder umzukehren: den Bedeutungswandel maskuliner Berufs- und Rollenbezeichnungen von „männlich“ hin zu „generisch und spezifisch“. Scholten13 sieht (und erklärt) das anders, ebenso, wie Prahl:

„Als die Grammatiker im Altertum die Sprache geordnet haben, haben sie zwischen Sexus und Genus unterschieden. Das war schon damals keine glückliche Wortwahl. Denn Aristophanes witzelte im fünften Jahrhundert vor Christus über „génos“. (Génos von gígnomai, entstehen, werden; genus: Familie, Geschlecht, Stamm, Gattung. …) Deutsche Grammatiker des 17. Jahrhunderts übersetzten génos/genus mit „grammatisches Geschlecht“. Sie nannten den grammatischen Artikel Geschlechtswort und die Genera (Maskulinum, Femininum, Neutrum) männlich, weiblich, sächlich. […] Diese Grammatiker konnten nicht ahnen, was die Heutigen (bewußt mißverstehend?) daraus machen würden.“ (Hasso Prahl)14

Josef Bayer schreibt: „Dass beim grammatischen Geschlecht die maskuline Form dominiert, ist eine Eigengesetzlichkeit der Sprache, die mit Männern, Frauen, Herrschaft und Dominanz nichts zu tun hat.“15

Diese Eigengesetzlichkeit ist wesentlich älter, als es Lobin hier behauptet. Sie ist erst recht keine „Tradition“ wie Lobin behauptet, nur um daraus dann zu schlussfolgern: Traditionen kann man überwinden.

„Diese drei Funktionen – Maskulinum für Individualisierung, Femininum für Kollektivum/Abstraktum, Neutrum für unbestimmte Masse – sind ererbt. Mit Sexus haben sie nichts zu tun. Vielmehr ziehen sie sich produktiv durch die gesamte deutsche Gegenwartsgrammatik. […] Im älteren Indoeuropäischen war das sogenannte Maskulinum ein gemeinsames Genus (Genus commune), welches belebte Wesen beider biologischer Geschlechter bezeichnete. Dieser Zustand ist nicht nur historisch. Er hat sich bis heute noch beim Fragepronomen erhalten, welches nur zwischen „wer“ (belebt) und was (unbelebt) unterscheidet.“ (Olav Hackstein)12 Das trifft übrigens auch auf jemand/etwas und niemand/nichts zu.

An den Versuchen, die Manipulationen mit missionarischem Eifer zwangsweise zu verordnen, sollte man langsam die Ideologie als das erkennen, was sie ist. Sabine Krome versucht, wie auch an ihren Äußerungen in einer Zeitschrift der GfdS und einer anderen Veröffentlichung16 zu erkennen ist, die schlimmsten Auswüchse zu verhindern.

Nachdem der Dudenverlag schon ein pseudowissenschaftliches Machwerk unter dem Titel „Richtig Gendern“17 – und mindestens zwei weitere solche „Lehrbücher“ – (besser wäre wohl: Richtig falsches Deutsch?) herausgebracht hat, beginnt er nun also, selbst zu bestimmen, was in die Alltagssprache gehört: Das Online-Wörterbuch wird gegendert. Die Chefredakteurin behauptet im Spiegel5: „Wie man richtig gendert, kann ich nicht so einfach beantworten.“ Aber ein Buch mit diesem Titel veröffentlichen, das kann sie schon? Und ein Buch, das die Tatsachen einfach mal ins Gegenteil verkehrt, auch: Henning Lobin: „Sprachkampf. Wie die Neue Rechte die deutsche Sprache instrumentalisiert“.18 Ein ganzes Buch, das man auch so zusammenfassen kann: „Haltet den Dieb!“ Zitat aus der Ankündigung: „Keine andere Partei hat auch nur annähernd so viele sprachpolitische Positionen in ihrem Programm wie die AfD.“ Das stimmt sogar:

„Die deutsche Sprache als Zentrum unserer Identität
Als zentrales Element deutscher Identität muss die deutsche Sprache dem Vorbild vieler anderer Länder folgend als Staatssprache im Grundgesetz festgeschrieben werden.
Auf EU-Ebene will die AfD dafür sorgen, dass das Deutsche dem Englischen und Französischen auch in der alltäglichen Praxis gleichgestellt wird.
Die AfD sieht mit Sorge, wie die deutsche Sprache im Sinne einer falsch verstandenen „Internationalisierung“ durch das Englische ersetzt oder „gegendert” wird. Politisch „korrekte” Sprachvorgaben lehnen wir entschieden ab.“ (ohne Referenz … bei Bedarf selbst finden)

Und das war es auch schon. Aber ist das nicht eigentlich die Ablehnung „sprachpolitischer Positionen“? Das kann man natürlich auch ablehnen, aber was ist konkret (inhaltlich) daran auszusetzen? Was daran ist konkret rechtspopulistisch? Andere politische Positionen dieser Partei, auch solche, die aus gewissen Gründen wohl gar nicht im Programm stehen, hätten sicher mehr Aufmerksamkeit verdient.

Andere Parteien, aber praktizieren Ihre „sprachpolitischen Positionen“ im Programm und anderswo einfach in Form von Kampfsternen, Großbuchstaben, Doppelpunkten, Schrägstrichen, Klammern, Innen, Tinnen, Finnen und Rinnen. Ebenso, wie auch die meisten Behörden und Universitäten. Die müssen das auch gar nicht explizit ins Programm schreiben. Dafür haben sie ja ein ganzes Spinnennetz aus Tausenden von Leitfäden. Die sind auch wesentlich länger als 78 Wörter und treten fast immer „in Konflikt mit grammatischen Regularitäten und orthografischen Normen“. Sie spekulieren darauf, dass die anderen politischen Positionen die Genderei überstrahlen. Darauf, dass sich der Widerspruch irgendwann legen wird und sie dann „gewonnen haben“. So – glauben sie – kann man ein Programm durchsetzen, ohne es der demokratischen Willensbildung auszusetzen. Nein, es steht nicht im Programm, es ist das Programm.

Die Kanzlerkandidatin der Grünen drohte mit „gendergerechten“ Gesetzestexten, falls sie die Macht dazu hat. Wie man sieht, ist das inzwischen verbreitet. Ministerin Spiegel forderte, dass die Regierung „einheitlich gendern“ soll. Das sind natürlich alles gar keine „sprachpolitischen Positionen“ nicht wahr, Herr Lobin? Und natürlich hat hier niemand die Absicht, die deutsche Sprache zu instrumentalisieren.
Wer kommt denn jetzt gleich mit einem „Ja, aber …“ daher? Nein, auch mit den allerbesten Absichten ist es nicht legitim, an einem unserer wichtigsten Kulturgüter dilettantisch herumzuexperimentieren.

Keine sprachpolitischen Positionen?

Für die Grünen mag es in gewissen Grenzen funktionieren, weil sie ein Thema besetzen, welches wirklich viele Menschen teilen und ihre Stammwähler und Mitglieder sich ohnehin für besonders progressiv halten. (Alternative Liste? Alternative Sprache? Alternative Medizin? Alternative Fakten?) Bei SPD und Linken führt es aber zur endgültigen Entfremdung von der potenziellen Wählerschaft.

Die „Neue Rechte“, das sind also nach Lobin mehrheitlich Parteianhänger von FDP, CDU/CSU, SPD, Grünen und Linken und natürlich auch die der AfD. Kurz: mindestens 70 – 80 % der Deutschen. Das kann er ja gerne so sehen, mit einer wissenschaftlichen Herangehensweise hat das jedenfalls nichts zu tun.

Die „sprachpolitischen Positionen“ von Menschen, die ihre Muttersprache nicht irgendwelchen selbstherrlichen Aktivisten überlassen wollen, treten aber wenigstens nicht „in Konflikt mit grammatischen Regularitäten und orthografischen Normen“. Nach Diewald19 handelt es sich ja um „überholte, sachlich nicht zu begründende Normen“. Also erfindet man sich einfach neue? Die „sprachpolitischen Positionen“, die Herr Lobin so vehement bekämpft, kann man in einem einzigen kurzen Satz zusammenfassen: Lasst die Sprache sich entwickeln. Oder etwas ausführlicher: Hört endlich auf, dilettantisch an meiner Muttersprache herumzubasteln.

Die von der AfD und auch vom Verein Deutsche Sprache kritisierte Verwendung von Anglizismen unterscheidet sich von der Kritik an der Gendersprache grundsätzlich: Anglizismen und andere fremdsprachliche Einflüsse gibt es nicht nur in unserer Sprache ständig. Die muss man nicht mögen, aber die meisten verschwinden (hoffentlich) nach einiger Zeit von ganz alleine wieder. Sie sind Bestandteil einer natürlichen Sprachentwicklung. Es gibt nämlich keine organisierte Bewegung, die das fördert. Es schreibt auch niemand Bücher („Richtiges Denglisch“) und langatmige Zeitungsartikel oder spinnt gar Leitfäden, die die Verwendung von Anglizismen propagieren oder sogar zwangsweise vorschreiben. Der Duden versucht auch nicht, ungebräuchliche Anglizismen ins Wörterbuch aufzunehmen. Allerdings gibt es auch hier schlimme Auswüchse, die sich scheinbar dauerhaft etablieren.

Wer allerdings Bullshit-Bingo spricht und schreibt, der gehört ebenso zu einer Glaubensgemeinschaft, die sich für besonders elitär und progressiv hält, wie die Genderideologen. Deshalb wird von der Elite der Elite jetzt sogar schon Denglisch gegendert. Die Gendersprache hingegen ist eine künstliche, ideologisch motivierte Modifikation. Sie wurde ausgelöst und wird massiv befördert von einer inzwischen recht aggressiv auftretenden Minderheit: „Bitte noch gendern: Campingplatzbetreiber:_-/*Innen“ (Anne Spiegel zur Flutkatastrophe). Man muss schließlich Prioritäten setzen. Wenn sich aber einige Erfindungen tatsächlich in der Alltagssprache etablieren, dann ist sogar das zu akzeptieren. Wer hier die deutsche Sprache instrumentalisiert, wird wohl mehr als deutlich.

„Hinter dem Gendersternchen lauert etwas anderes, viel Fundamentaleres. Sprache ist ein Herrschaftsmittel. Wer bestimmt, was gesagt oder geschrieben werden darf und in welcher Form, hat Macht über die Gesellschaft.“ (Eric Gujer)20

Es sind aber nicht die Kritiker, die bestimmen wollen, in welcher Form etwas gesagt oder geschrieben werden darf. Die spinnen nämlich keine Leitfäden für eine ungerechte und diskriminierende Sprache. Die wehren sich nur gegen manipulierende Eingriffe von Ideologen, die Deutungshoheit und Macht erobern wollen.

Nun aber zum gegenderten Wörterbuch:
So soll z.B. „Mieter“ nicht mehr jemand sein, der etwas gemietet hat, sondern „eine männliche Person, die etwas gemietet hat“. Sind Mieter nicht auch alle Personen, die etwas gemietet haben? Wer nicht mal korrekt mit Singular und Plural umgehen kann (oder will?), der sollte vielleicht nicht gerade einem Verlag vorstehen, der den Namen von Konrad Duden trägt. Mit dem Femininum „die Person“ hat man aber offensichtlich keine Probleme. Beim Maskulinum „der Gast“ muss man aber ein seit Langem ausgestorbenes Femininum reanimieren.21 Das Standardgenus13 soll also mit der Autorität eines Namens, der einmal für Kompetenz in Fragen der Sprache stand, schon wieder zur spezifisch „männlichen Form“ umdefiniert werden.

Die Beschreibungen des Duden waren als wissenschaftliche Begriffsdefinitionen schon immer nur sehr eingeschränkt brauchbar. Bestenfalls konnte man sie als Beschreibungen des allgemeinen Sprachgebrauchs verstehen. Davon hat man sich nun also verabschiedet. Viele Menschen verstehen das aber bis heute als Begriffsdefinition. Dieses Verständnis wird dazu missbraucht, eigene Definitionen zu propagieren. Die sind eben nicht aus dem allgemeinen Sprachgebrauch hergeleitet, sondern wurden von Ideologen erfunden.
Noch ein schönes Beispiel aus dem Online-Duden:

Der Beamter???

Beamtin: Wortart: Substantiv, feminin“. Warum ist das denn kein substantiviertes Adjektiv? Sollten substantivierte Adjektive nicht ganz besonders gerecht sein? Der Berechtigter und die Berechtigtin? Der Angestellter und die Angestelltin? Das Wort „der/die Beamte“ lässt der Online-Duden einfach verschwinden. Dann wünschen wir der Redaktion mal viel Vergnügen mit ihrer Genderei: Die Krankenpfleger sind männliche Personen, die Gepäckträger, die Staubsauger und die Rasenmäher.
Dann gibt es hoffentlich auch einen gesonderten Artikel zu den Staubsaugerinnen. Oder wenigstens zu den Angestelltinnen. Stiften wir mal ein bisschen Verwirrung:

(Der) „Mensch“ ist eine männliche Person, die ihren Verstand verloren hat, weil sie nicht mehr weiß, ob sie Männlein oder Weiblein ist.

(Die) „Person“ ist ein weiblicher Mensch, der seinen Verstand verloren hat, weil er nicht mehr weiß ob er

(Die?) Lübeck ist eine weibliche … ja, was denn? Ach so, ja, Hansestadt!

„Führer“ ist eine männliche Person … Sogar in Saudi-Arabien dürfen Frauen schon einen Führerschein besitzen.

Korrekt wäre: Konrad Duden ist ein Mensch, der sich in seinem Grabe wegen des Missbrauchs seines Namens umdreht.

Das heißt in der Konsequenz dann also, dass Frauen nicht mehr Chefredakteur, Minister, Schriftsteller, Mieter oder gar Präsident sein oder werden dürfen. Schade eigentlich, waren wir da nicht schon mal weiter?

10 Victor Klemperer. LTI. Reclam-Verlag, Stuttgart 2010,
ISBN 978-3-15-010743-0. Hardcover herausgegeben
und kommentiert, Elke Fröhlich.
Als Taschenbuch ab 2010 unter der ISBN 978-3-15-020520-4

12 Hackstein, Olav. 2021. Grammatik im Fegefeuer.
Frankfurter Allgemeine Zeitung, Nr. 242, 18.10.2021, S. 6.

17 Anja Steinhauer, Gabriele Diewald. Richtig Gendern
Duden Verlag ISBN: 978-3-411-74357-5

18 Henning Lobin. Sprachkampf. Wie die Neue Rechte
die deutsche Sprache instrumentalisiert. Berlin: Duden-Verlag 2021