Am 1.11.24 erscheint bei RND (Redaktionsnetzwerk Deutschland) ein Artikel1 von Sarah Franke, der uns aufklären soll. Denn viele Menschen wissen angeblich nicht, was es mit diesem immer länger werdenden Buchstabensalat auf sich hat. Manche wollen es vielleicht auch gar nicht wissen? Also los:
„Wofür steht LGBTQIA*?“
B.S. November 2024
10 Minuten Lesezeit
Gleich im ersten Absatz wird darauf hingewiesen, dass „… 86 Prozent der Deutschen [meinen], dass gleichgeschlechtliche Liebe von der Gesellschaft akzeptiert werden sollte.“ Das heißt also, L (für lesbisch) und G (für gay = schwul) sind eigentlich gar kein Problem für eine übergroße Mehrheit der Deutschen. Warum muss dann so ein Bohei um diese beiden Gruppen – die eigentlich sonst nichts miteinander zu tun haben – gemacht werden? Vielleicht nur, um den Aktivisten, die sich hier Geld, Pöstchen und andere Privilegien erschleichen wollen, ein größeres Gewicht zu verleihen? Dann gehts zur Sache:
Zuerst wird eine Gruppe angesprochen, die im Buchstabensalat gar nicht auftaucht: hetero! Wichtigste Information: „… bezeichnen sich 72,4 Prozent der Frauen und 81,1 Prozent der Männer in Deutschland als ausschließlich heterosexuell.“ Das heißt, alle anderen Gruppen, um die es hier geht, gehören einer mehr oder weniger kleinen (in Summe rund 20-30%) Minderheit an.
Als Nächstes kommt „homo“. Homosexuell ist wohl zu kompliziert? Die Begriffe lesbisch und schwul waren ja mal ziemlich diskriminierend. Klugerweise haben die Betroffenen das einfach gekapert. Deshalb sind sie das heute nicht mehr. Das sind übrigens L und G (und nicht etwa H – siehe oben)
Dann geht es zu B = „bi“. Das sind Menschen, die sowohl hetero als auch homo sind. Also sich in zwei Gruppen zuhause fühlen, die kein Problem für die meisten Menschen darstellen.
Das sind also alles Menschen, die ein mehr oder weniger abwechslungsreiches Sexualleben haben. Und das ist auch gut so. Das findet in der Regel im Privaten statt. Deshalb geht es niemanden etwas an, was erwachsene Menschen einvernehmlich privat miteinander treiben. Ganz besonders geht es diejenigen nichts an, die meinen, einen höheren Willen (z.B. den von irgendwelchen Göttern oder einer eigenartigen Interpretation von „Natur“) vollstrecken zu müssen.
Nummer vier: „pan“. Taucht im Buchstabensalat noch gar nicht auf. Wo bleibt das P? Hier wird es kompliziert. „Pansexuelle verlieben sich in Personen und nicht in Geschlechter.“ Tun das nicht (fast) alle Menschen? Nur eben, dass die meisten ein Geschlecht bevorzugen, einige aber auch beide Geschlechter. Also genauer: „Der Unterschied zu Bisexualität liegt vor allem darin, dass Pansexuelle die Norm ablehnen, dass es nur zwei Geschlechter geben soll, also nonbinär denken.“
Da stellt sich die Frage, was eine wissenschaftlich nicht haltbare private Einstellung zu biologischen Fragen hier verloren hat? Es handelt sich also um einen Glauben. So, wie es Menschen gibt, die die Norm ablehnen, dass Menschen von Affen abstammen.
Jetzt kommt erst mal der letzte Buchstabe: A(nderswo ist es der erste): Asexuell. Nun kann es sein, dass diese Menschen ein wenig diskriminiert werden, wenn sie dauerhaft ohne Partner sind. Das sind aber auch Menschen, die aus allen möglichen anderen Gründen Single sind. Wo ist das Problem? Unter diesem Buchstaben wird dann noch eine weitere Gruppe einsortiert: „aromantisch“. (Achtung! Das „n“ nicht übersehen!) Das ist wohl jeder mal. Besonders, wenn man solche Artikel liest. Ja und das wär’s dann erst mal.
Jetzt geht es um ein völlig anderes Thema und es wird uns erklärt:
„Neben der sexuellen Orientierung gibt es noch eine große Zahl an Begriffen, die die Geschlechtsidentität eines Menschen beschreiben. ‚Unter Geschlechtsidentität versteht man die gefühlte Zugehörigkeit zu einem oder auch mehreren Geschlechtern‘, informiert die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Das heißt, eine Person, deren körperliche Merkmale sie als Mann definieren würden, kann eine Frau sein. Denn es existiert ein biologisches und ein soziales Geschlecht.“
Schon wieder geht es um etwas „gefühltes“. Die körperlichen Merkmale (damit ist wohl das biologische Geschlecht – Gene, Keimdrüsen, Keimzellen – gemeint) stimmen also nicht mit dem gefühlten Geschlecht überein. Ein biologisch gesunder Mann ist also der Ansicht, er wäre eigentlich eine Frau (bzw. umgekehrt). Das Problem ist aber nicht diese Diskrepanz an sich, sondern, dass viele dieser Menschen unter der Diskrepanz und ihrem äußeren Erscheinungsbild leiden. Menschen, die diese Diskrepanz bewusst nach außen demonstrieren (z.B. bärtige Männer, die in – meistens extrem stark übertriebenem – weiblichem Outfit auftreten) lassen wir mal außen vor.
Wie mit diesem Problem umzugehen ist, muss wissenschaftlich2 geklärt werden, nicht aber von Aktivisten, die möglicherweise ganz andere Ziele verfolgen. Nein, eine Person, „deren körperliche Merkmale […]“ ist keine Frau, sondern fühlt sich als Frau3. Und ein „soziales Geschlecht“ ist ein Schwurbelbegriff, der nichts Konkretes beschreibt.
Da sind wir wohl beim Buchstaben T (Transsexuell/Transidentität) angekommen. Viele Menschen, die unter dieser Diskrepanz leiden, möchten ihre äußere Erscheinung dem gefühlten Geschlecht anpassen. Also eher unauffällig im anderen Geschlecht leben. Das ist aber in der Regel mit schweren und irreversiblen Eingriffen in die körperliche Unversehrtheit verbunden. Deshalb sollten solche Eingriffe erst nach reiflicher Prüfung erfolgen. Dazu kommt, dass die Angleichung oft nicht so perfekt funktioniert, wie es wünschenswert wäre. Nach dem neuen Selbstbestimmungsgesetz reicht aber sogar eine einfache Erklärung. Deshalb muss man Menschen, die es benennen, wenn ein Mann behauptet, er wäre eine Frau, mit Strafandrohungen dazu zwingen, die Unwahrheit zu sagen.
Es gibt dann noch weitere Konflikte: beispielsweise im Sport, bei geschlechtsspezifischer Unterbringung oder geschlechtsspezifischen Räumlichkeiten: Duschen oder Umkleiden. Besondere Probleme gibt es natürlich in Gefängnissen. Zum Beispiel bei einer gewissen Svenja. Oder hier, noch so ein „Einzelfall“: „Mit Glatze und dicken Oberarmen: Der verurteilte Rechtsextremist Gerhard Piranti heißt in Österreich nun amtlich Waltraud und ist offiziell eine Frau. Da das einzige Frauengefängnis die Aufnahme verweigert, entgeht der Straftäter seiner Haft wegen Betrugs.“ (WeltOnline)
Das alles einfach vom Tisch zu wischen und Forderungen von Aktivisten unhinterfragt zu erfüllen, verschärft diese Konflikte nur. Eine offene, demokratische Gesellschaft versucht, bei solchen Konflikten Kompromisse zu finden und sich darauf zu einigen, wem welche Einschränkungen seiner Freiheiten zugemutet werden können.
Im nächsten Teil geht es eigentlich um die gleichen Fragen, nur mit weiteren Buchstaben und Schwurbeleien: cis (also C?) sind Menschen, die mit sich und ihrer Identität im Reinen sind. Sich als das fühlen, was sie sind. Zumindest, wenn man davon absieht, dass dieser Begriff von Aktivisten inzwischen gerne in Kombination mit „hetero“ und „alt“ und „Mann“ diskriminierend gebraucht wird.
Das sind also in etwa die 70-80% die sich als ausschließlich heterosexuell beschreiben und natürlich die meisten Schwulen und Lesben. Da sind wir wohl schon über 90%.
Sagt die Hebamme: „Sieht zwar aus wie ein Junge, aber du hast dir ja ein Mädchen gewünscht, also weise ich dem Kind das Geschlecht weiblich zu.“ Das Geschlecht wird aber nicht bei der Geburt „zugewiesen“! Das Geschlecht wird – schlimmstenfalls mit einer sehr geringen Fehlerquote – festgestellt. Es ist eine biologische Tatsache, abgesehen natürlich von den sehr seltenen genetischen/hormonellen Abweichungen. Die sind aber keine weiteren Geschlechter, sonst könnten sie sich stabil reproduzieren.
„Nonbinär“ und „genderfluid“: (N und noch ein G?) Schon wieder Menschen, die eine „Norm“ ablehnen. Das können sie gerne tun, es ändert aber nichts an den Ergebnissen der Evolution. Wie heißen denn die weiteren Geschlechter und welche evolutionäre und biologische Funktion haben sie? Eine Definition, die sagt, was etwas nicht ist, ist keine Definition. Früher hat man Menschen, die sich für Napoleon, Jesus oder einen Wolf gehalten haben, in die Klapsmühle gesperrt. Heute kann man damit vernünftiger umgehen. Das heißt aber nicht, dass man jede Macke und jeden Fetisch mit Privilegien versehen muss. Vor allem heißt es nicht, dass alle Menschen dazu gezwungen werden müssen, diese Art der Vielfalt auch noch gut zu finden. Toleranz darf erwartet werden, Begeisterung nicht.
„Trans“: Haben wir schon weiter oben abgehandelt. Warum musste das hier noch einmal mit noch einer unwissenschaftlichen Beschreibung erwähnt werden? „Diese Menschen sind mit Merkmalen zur Welt gekommen, die entgegengesetzt zu ihrer Geschlechtsidentität sind.“ Jemand, der als gesundes Mädchen oder gesunder Junge geboren wurde, stellt irgendwann fest, dass er sich „im falschen Körper“ befindet. Was ist das Problem? Der Körper?
Das Q(eer) beschreibt zum dritten Mal Menschen, die biologische Tatsachen ablehnen (laut Definition der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung). Es wird aber auch benutzt, um alle hier angesprochenen Gruppen (außer natürlich die paar alten heterosexuellen weißen cis Männer und Frauen) ohne sie zu fragen, unter einen Hut zu stopfen.
Der Höhepunkt ist dann die Aufnahme von Mutationen, um die Gruppe mit dem Buchstaben I(nter…) noch größer zu machen. Das wird dann auch noch dazu verwendet, pseudowissenschaftlichen Unfug als Tatsache zu verkaufen:
„Da Intersexualität existiert, ist Heterosexualität tatsächlich nur eine Norm, keine biologische Gesetzmäßigkeit. Denn ganz offensichtlich gibt es mehr als nur zwei Geschlechter.“
Wenn das auch nur ansatzweise Substanz hätte, dann müsste man z.B. Menschen mit Downsyndrom als eine weitere Menschenart (oder noch schlimmer: Rasse) definieren. Wollen wir das wirklich?
Davon ganz abgesehen, dass hier zwei Dinge zusammengewürfelt werden, die nichts miteinander zu tun haben. Die genetische Ausstattung sagt doch nach allem, was wir bisher diskutiert haben, nichts über sexuelle Präferenzen bzw. das Sexualverhalten aus. Wahrscheinlich wurde hier die Existenz von genau zwei Geschlechtern mit Heterosexualität verwechselt. Aber so ist das bei vielen Aktivisten und Journalisten, die zwar wenig Ahnung, dafür aber besonders viel Meinung haben: Wenn man sich nicht einmal darauf einigen kann, was ein Begriff bedeutet, kann man alles und natürlich auch das Gegenteil behaupten.
Intergeschlechtliche Menschen sind genetisch, hormonell und/oder von der Ausprägung der äußeren Geschlechtsmerkmale nicht eindeutig einem Geschlecht zugehörig. Diese Menschen haben wieder ganz andere Probleme als all die anderen Gruppen. Sie und Transsexuelle sind auch die Einzigen, bei denen es unter Umständen sinnvoll sein kann, dass sie selbst festlegen, in welchem der beiden Geschlechter sie sich zuhause fühlen. Auch der Begriff „Divers“ kann für solche Menschen sinnvoll sein.
Die Existenz von genau zwei Geschlechtern ist natürlich keine (von Menschen erfundene) „Norm“, wie die Autorin uns weismachen will, sondern tatsächlich eine biologische Gesetzmäßigkeit. Zweigeschlechtlichkeit ist kein Wunschkonzert, sondern das Ergebnis der Evolution, die neben ungeschlechtlicher Reproduktion die geschlechtliche entwickelt hat. Beide haben Vor- und Nachteile. Menschen gehören zu den Säugetieren, die sich geschlechtlich reproduzieren. Dass dabei auch sporadisch Individuen entstehen, die nicht in diese Gesetzmäßigkeit passen, ist ebenfalls eine Folge der eben nicht zielgerichtet ablaufenden Evolution. Man spricht hier von Mutationen. Daraus ergeben sich aber keine weiteren Geschlechter. Sonst könnten sie sich als Unterart (Rasse?) stabil reproduzieren.
Das, was von Sarah Franke hier behauptet wird, ist eine von Menschen aufgestellte „Norm“, die im Widerspruch zu Evolution und Biologie steht. So etwas nennt man Pseudowissenschaft. Das neue Selbstbestimmungsgesetz zwingt Menschen dazu, pseudowissenschaftlichen Unfug nicht nur zu akzeptieren, sondern bedroht sie auch noch strafrechtlich, wenn sie wissenschaftlich basierte Aussagen treffen.
Ganz besonders hilfsbedürftig ist das zweite Q(uestioning – fragend). Es bedeutet verkürzt: Ich weiß (noch) nicht, was ich sein möchte. Diese Menschen brauchen also nur noch ein bisschen Zeit. Sie müssen erwachsen werden.
Der Stern soll dann wohl sicherheitshalber alle Menschen erfassen, die noch keinen eigenen Buchstaben haben – also den ganzen Rest des Alphabets? Alle diese Menschen haben sehr unterschiedliche Bedürfnisse. Die meisten trans- und intersexuellen Menschen z.B. möchten gar nicht „sichtbar“ sein, sondern im gefühlten Geschlecht unbehelligt leben.
Die Nachteile, die sich daraus ergeben einer sehr kleinen Minderheit anzugehören, zu minimieren ist Aufgabe der Gesellschaft. Nicht aber jedes behauptete Unwohlsein ohne Rücksicht auf andere Menschen zu eliminieren. Natürlich gibt es, was die Akzeptanz all dieser Menschen betrifft, noch einiges zu tun. Dazu braucht man aber neben allen möglichen Antiirgendwasbeauftragten nicht auch noch Hunderte von Queerbeauftragten.
So, und jetzt noch mal richtig nach Franke: LGBPNTGQQIAA* (es fehlen noch: C D E F H J K M O R S U V W X Y Z + – , ; : ? ! ß < >). Wobei M(ann) und F(rau) bzw. W(eiblich) und natürlich C(is) auf jeden Fall draußen bleiben müssen. Sonst könnte man ja einfach „Menschen“ schreiben.