Das Böse in der Welt rührt fast immer von der Unwissenheit her,
Albert Camus – Die Pest
und der gute Wille kann so viel Schaden anrichten wie die Bosheit,
wenn er nicht aufgeklärt ist.

B.S. 21.08.2026
4 Minuten Lesezeit
Schon haben wir den nächsten Skandal. Die Kinder- und Jugendabteilung eines Vereins soll das „Volksbad“ an der Volksbühne in Berlin für eine geschlossene Veranstaltung nutzen. Es gibt aber eine Besonderheit: Das Kriterium für die Teilnahme an der Veranstaltung ist die Hautfarbe. Und es gibt Fragen, Kritik und Protest. Alle Medien haben natürlich sofort darauf reagiert. Die einen mit dem Rassismusvorwurf, die anderen mit der Nazikeule. Ich hab erst mal gründlich nachgedacht. Und ein wenig recherchiert. Die WELT schreibt:
„Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz verbietet Diskriminierung ,aus Gründen der Rasse oder wegen der ethnischen Herkunft, des Geschlechts, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität‘. Allerdings erlaubt das Gesetz ,positive Maßnahmen‘, wenn ,bestehende Nachteile (…) verhindert oder ausgeglichen werden sollen’“
Da stellt sich mir immer wieder die Frage, wie diese „positiven Maßnahmen“ mit Artilkel 3 des Grundgesetzes zusammenpassen. Wahrscheinlich wegen „Ja, aber… (=NEIN)“? Selbst die taz schreibt:
„Solange Diskriminierung und Rassismus herrschen, ist es richtig, wenn benachteiligte Gruppen besondere Räume für sich haben. Doch sollten antirassistische AktivistInnen und AnhängerInnen der Identitätspolitik einmal über das Paradox nachdenken, dass mit der Betonung von „race“ zwar Sichtbarkeit erzeugt wird, gleichzeitig aber das universalistische Ideal, dass alle Menschen gleich sind und die Herkunft egal ist, in weite Ferne rückt.“ (Link von taz übernommen)
Man könnte natürlich auch fragen, wo denn Diskriminierung und Rassissmus „herrschen“ und ob es wirklich immer „richtig“ ist …. Aber die Schlussfolgerung zeigt, dass gut gemeint eben oftmals gar nicht gut ist. Derjenige, der das angerichtet hat, hat wenigstens so etwas wie Einsicht gezeigt:

(screenshot rbb24)
Dass Rechtsradikale und Rassisten sofort die Steilvorlage nutzten, die ihnen geliefert wurde, war natürlich überhaupt nicht zu erwarten? Oder war das beabsichtigt? Wenn ja, mit welchem Ziel? Dass selbst der Rassismusvorwurf (gegen die Volksbühne und den Verein, um den es geht) für viele die das ganze Diversitätsttheater kritisch oder skeptisch sehen, eine durchaus nachvollziehbare Geschichte ist, war natürlich auch nicht vorherzusehen? Was natürlich unsere Erweckten dazu verleitet, die gleich alle bei den Rassisten einzusortieren. Harald Martenstein z.B. kann man sicher als konservativ, aber ganz gewiss nicht als rechtsradikal oder gar als Rassisten verorten.
Schon vor Längerem habe ich mich über diesen Verein und vor allem auch die üppige Förderung (2025 und 2026 jeweils: 425 000 EUR) durch die Politik gewundert. Denn Rassentrennung als Programm sollte doch in unserem Land eher zu den unerwünschten Erscheinungen gehören oder?
Egal, wie man das verbrämt, Veranstaltungen und sogenanntes „Empowerment“ ausschließlich für „Schwarze Menschen“ kann man wohl nicht als Integrationsförderung verstehen. Eher wohl als Unterstützung für das Verinnerlichen der Opferrolle:
„In der Arbeit liegt unser Fokus auf Empowerment, das wir hierbei als Ziel, Prozess, pädagogische Haltung und als Methode begreifen, um die genannten Zielgruppen in ihrer Identität und ihren lebensweltlichen Herausforderungen zu begleiten. In der Jugendarbeit mündet diese community-basierte Haltung in eine pädagogische Ethik, die von Intersektionalität, Empowerment, Parteilichkeit, Niedrigschwelligkeit und bedingungsloses Annehmen geprägt ist. Hierbei ist eine intersektionale Haltung und Arbeitsweise besonders wichtig, um verschiedenen Schwarzen, afrikanischen und afrodiasporischen Identitäten und Erfahrungen mit Mehrfachdiskriminierung sowie mit ihren Bedarfen und Bedürfnissen gerecht zu werden.“ (Hervorhebungen auch im Original)
Vielleicht ist dem einen oder anderen in dem Text oben das Wort „Parteilichkeit“ aufgefallen? Erinnert das eventuell an eine spezielle Partei, die einmal „Die Partei“ war? Die „pädagogische Haltung“ und die intensive Jugendarbeit deutet wohl an, dass ideologische Indoktrinierung nicht früh genug beginnen kann? Der Rassismusvorwurf ist sicher übertrieben, aber dass er als „Story“ missbraucht werden kann, sollte besonders diejenigen, die uns seit Jahren mit falschen Erzählungen1 ideologisch beeinflussen wollen, nicht wundern.
Ein weiterer Aspekt, der hier zum Tragen kommt, ist, dass es sich schon wieder um eine „Community“ handeln soll. Alle diese „Communities“ die sich dadurch auszeichnen, dass sie von Aktivisten erst dazu gemacht wurden, haben das eine Ziel: die Gesellschaft in Identitäten und „Communities“ zu spalten. Und natürlich Geld und Pöstchen für die Aktivisten zu heranzuschaffen. Das sind dann Berufsdiskriminierte, die überall Nazis finden und die Interessen von Menschen vertreten, die vielleicht gar nichts davon wissen (wollen)? Das gilt übrigens auch für eine ganze Reihe weiterer dieser Vereine, die angeblich „die Demokratie“ stärken sollen.
Dann ist auch noch festzustellen, dass es sich bei EOTO e.V. ganz offensichtlich um eine ganz normale Lobbyorganisation handelt, die allerdings staatliche Förderung erhält:
„Deshalb setzt sich EOTO für die Interessen Schwarzer Menschen auf politischer Ebene ein – z.B. als Mitveranstalter der ersten People of African Descent (PAD) Week im Europäischen Parlament, bei der sich Aktivist*innen, Expert*innen und Politiker*innen für eine europäische Rahmenstrategie zur Förderung Menschen afrikanischer Herkunft sowie nationale Aktionspläne eingesetzt haben.“ […] „Archivarbeit, Empowermentprojekte, Stärkung junger Menschen, Leadershiptrainings, Diskriminierungsberatung, politische Interessenvertretung und Netzwerkarbeit, kulturelle Events und wissenschaftliche Symposien sind einige der Elemente, die die Arbeit von Each One Teach One (EOTO) e.V. inzwischen ausmachen. Bei EOTO gehen sie eine Verbindung ein, mit der Afrikanische, Afrodiasporische und Schwarze Menschen die Gesellschaft verändern.“ (Hervorhebung B.S.)
1 Fabian Payr. Die verhängnisvolle Macht dieser sechs Gender-Narrative
WELTplus vom 31.08.2026,