Eine Kritik

Die „feministische Linguistin“ Gabriele Diewald veröffentlichte bereits im September 2018 in der „Zeitschrift für germanistische Linguistik“1 (einer wissenschaftlichen Fachzeitschrift, die Veröffentlichungen einem Peer-Review unterzieht!) einen ausführlichen Artikel unter dem Titel:

„Zur Diskussion: Geschlechtergerechte Sprache als Thema
der germanistischen Linguistik –
exemplarisch exerziert am Streit um das sogenannte generische Maskulinum“

Eine Diskussion zu diesem Beitrag hat aber bis heute gar nicht stattgefunden. Die „ZGL-Herausgeberschaft“ hat einen Diskussionsbeitrag von mir, auf dem die vorliegende (leicht überarbeitete und ergänzte) Kritik basiert, abgelehnt. Die Begründung lautete: „ … dass er den wissenschaftlichen Qualitätskriterien der Linguistik nicht genügt.“ Das wäre natürlich zu akzeptieren, wenn nicht…:

1. Diewalds Veröffentlichung aber genügte diesen Kriterien? Dann es hieß auch noch: „Ja, Diewalds Text war kein wissenschaftlicher Artikel, keine Studie, sondern erschien in der Rubrik ‚Zur Diskussion‘ und nimmt so eine bestimmte Position ein.“ Also musste er den „wissenschaftlichen Qualitätskriterien“ gar nicht genügen? Aber ein Diskussionsbeitrag soll es?

2. Die Aussage aus der Herausgeberschaft „Im Fall des generischen Maskulinums zeigt sich etwa, dass z.B. noch im 19. Jahrhundert offenbar maskuline Formen gerade nicht als generisch aufgefasst worden sind, sondern, wenn auch Frauen gemeint waren, auch feminine Formen verwendet worden sind. Das generische Maskulinum ist also nicht besonders alt …“ zeugt von Unkenntnis oder absoluter Ignoranz gegenüber der Realität.6 Oder davon, dass Korrelation mit Kausalität verwechselt wurde? Oder von „Diskursbrandmauern“? („Wir warnen vor der Aushöhlung der Demokratie durch die Verstärkung rechter Diskursstrategien. Auch Diskursbrandmauern sind zu verteidigen.“)3

3. „Dieses zu kritisierende Sprachverständnis ist eben z.B. die Vorstellung, dass Sprache ein Abbild von Wirklichkeit sei. Dabei wird die wirklichkeitskonstituierende Kraft von Sprache übersehen (geht übrigens bis Humboldt zurück).“ Selbst Humboldt konnte sich irren. Auch diese Behauptung ist längst widerlegt13, 14 – oder zumindest äußerst umstritten.

4. Warum hat sich eigentlich kein einziger Linguist dieser Diskussion gestellt und die Thesen von Frau Diewald mit harten linguistischen Argumenten diskutiert? Vielleicht liegt es ja daran, dass kein seriöser Wissenschaftler es ernst genommen hat? Oder gar daran, dass „die Herausgeberschaft“ Kritik grundsätzlich nicht durch die von einigen Sprachwissenschaftlern errichteten und zu verteidigenden „Diskursbrandmauern“3 lässt?

5. „… was Diewald hier fordert, ist ja schlicht auch einfach Aufklärung, um ein bestimmtes Sprachverständnis, das weit verbreitet ist, sich in der Forschung aber als wenig plausibel erwiesen hat, zu kritisieren.“
Ist es Aufgabe der Sprachwissenschaft, Eigenschaften des Sprachsystems auf Plausibilität zu prüfen? Nach welchen Kriterien? Etwa falschen Behauptungen und fragwürdigen Interpretationen? Wenn etwas „weit verbreitet“ ist, dann ist es doch offensichtlich auch weithin akzeptiert, oder?

6. „Kommunikation ist dann erfolgreich, wenn die angesprochenen Personen sich angesprochen fühlen. Wenn Frauen sich halt z.B. mit der Ansprache ‚liebe Kunden‘ nicht angesprochen fühlen …“ Was aber, wenn sich „feministische Linguisten“ das einfach ausgedacht haben? Umfragen ergeben das Gegenteil.

Das Mitglied (ein Neutum???) der (weiblichen???) Herausgeberschaft wollte dann plötzlich nicht mehr zu diesen, seinen Aussagen stehen.
Die Kritik konzentriert sich vornehmlich auf die Frage der Wissenschaftlichkeit. Zitate aus dem Artikel sind kursiv gesetzt. Die Gliederung folgt dem ursprünglichen Artikel.

B.S. 24.10.22:

Eine Kritik

1. „Einstieg“

Im ersten Kapitel werden Fragen gestellt:
– ob die germanistische Linguistik sich einmischen soll „… in die Diskussion darum, welche sprachlichen Formen für die Bezeichnung bestimmter Personengruppen geeignet sind und welche eher gemieden werden sollten, da sie den Sachverhalt inadäquat darstellen oder diskriminierend wirken?“
– „Soll sie den aktuell stattfindenden Sprachwandel im Bereich der Personenbezeichnungen im Deutschen als Forschungsthema zur Kenntnis nehmen und bearbeiten?“
Selbstverständlich beantwortet Diewald diese Fragen mit „ja“. Es stellen sich aber noch ein paar weitere Fragen:
– Wie ist diese Diskussion denn entstanden?
Wurde sie nicht von einer Bewegung initiiert, die etwa seit den 70er-Jahren des vorigen Jahrhunderts „erkannt“ (oder erfunden?) hat, dass das generische Maskulinum eine „männlich geprägte“ Sprache erzeugt, die unbedingt „repariert“ werden muss? Die das generische Maskulinum als den „wahren Feind“ identifiziert hat, den es zu bekämpfen gilt? Die große Mehrheit der Menschen hat das aber bis heute nicht bemerkt. Das Problem hat es offenbar bis dahin gar nicht gegeben. Es ist von einer Bewegung gezielt in die Welt gesetzt worden.
– Warum bezieht Diewald bereits bei der Fragestellung Position („geeignet“, „gemieden“, „inadäquat“, „diskriminierend“)?
Natürlich soll sich die germanistische Linguistik einmischen, wenn plötzlich Sterne, Doppelpunkte oder (wie bei Diewald selbst) Großbuchstaben innerhalb von Silben auftauchen, wenn zwei Männer mit „Unsere Autorinnen und Autoren“ ganz adäquat dargestellt werden, wenn Mitglieder zu „Mitglieder*Innen“, Gäste zu Gäst*innen, Ärzte zu Ärzt*innen, Beamte zu „Beamt:innen“ und Schüler zu SuS werden (was sind PuP und TuT?) oder wenn Frauen weniger verdienen, als (ihre) Kolleginnen. Wenn Studenten zu Studierenden, Absolventen aber nicht zu Absolvierenden und Demonstranten zu Demonstrierenden, Protestanten aber nicht zu Protestierenden werden. Oder wenn in Berlin tote Radfahrende unterwegs sind. Da gäbe es doch für die germanistische Linguistik reichlich zu tun.
– Ist das, was aktuell stattfindet, Sprachwandel?
Oder ist es eher der Versuch von Aktivisten, an der Sprache gezielt künstliche Veränderungen vorzunehmen die dem allgemeinen Sprachgebrauch und einem natürlichen Sprachwandel entgegenstehen? Die meistens auch noch orthografisch, grammatisch und sachlich falsch sind4?
Wenn die Autorin diese Erscheinungen zur Kenntnis nimmt und als Forschungsgegenstand bearbeiten (also Forschungsgelder einwerben?) möchte, dann sollte sie das aber wie eine Wissenschaftlerin und nicht als Erfüllungsgehilfe von Aktivisten tun.
Die Notwendigkeit für ihr Plädoyer begründet Diewald damit, dass das Thema von der Wissenschaft nicht ernst genommen wurde. Dass es als unwissenschaftlich abgetan wird und dass ihre Einschätzung, das generische Maskulinum sei gar nicht geschlechtsneutral, kritisiert wird. Dabei beruft sie sich auf vorerst nicht näher spezifizierte „linguistische Argumente“ für diese Einschätzung. Die Wissenschaftlichkeit und auch einige der linguistischen Argumente werden im Folgenden untersucht. Vielleicht erkennt man sogar, warum das Thema von der Wissenschaft nicht ernst genommen wird.
Ihre Position zeigt Frau Diewald dann durch Formulierungen, wie: „… Linguistinnen und Linguisten, die sich des Themas annehmen, zu diskreditieren, u.  a. mit der merkwürdigen Ansicht, bereits die linguistische Beschäftigung mit geschlechtergerechtem Sprachgebrauch sei inhärent manipulativ.“
Den ersten Beweis für diese „merkwürdige Ansicht“ hat sie ja bereits selbst mit den Formulierungen in ihrer ersten Frage („inadäquat“ und „diskriminierend“) geliefert.
Weitere folgen unmittelbar: „… die aus dieser Kritik entwickelte Empfehlung, wenn möglich andere Darstellungsoptionen zu wählen, in manchen eher konservativ orientierten Medien skandalisiert …“
Was hat ihre subjektive Einschätzung „eher konservative“ und „skandalisiert“ in einer wissenschaftlichen Abhandlung verloren? Der einzige Schluss, den man daraus ziehen kann, lautet: Sie hält sich selbst für „progressiv“. Belege dafür bleibt sie aber schuldig. Oder ist jede Veränderung auch ein Fortschritt?

„Dennoch konnten die Forderungen nach der Verwendung geschlechtergerechter Sprache und insbesondere die nicht abreißende Kritik an der Gebrauchskonvention des sogenannten generischen Maskulinums nicht unterdrückt werden.“

Wer wollte das denn „unterdrücken“? Meint sie „die Männer“? Kritik an ihren Forderungen und Einschätzungen wird also als Unterdrückungsversuch und Skandalisierung wahrgenommen? Geht Wissenschaft so mit Kritik um? Nach der Bereitschaft, eine Diskussion zu führen, klingt das auch nicht.
Dann stellt sich auch noch die Frage, warum sie denn schon Forderungen nach „geschlechtergerechter Sprache“ stellt, obwohl die von ihr geforderte Forschung dazu doch noch gar nicht stattgefunden hat. Allerdings behauptet sie zwei Jahre später:

„Seit Jahrzehnten befasst sich die germanistische Linguistik wissenschaftlich mit diesem Thema.“15

Sich selbst zu widersprechen erfüllt also wissenschaftliche Qualitätskriterien?
Konsequent versucht Frau Diewald alle Kritik in die mindestens konservative oder sogar in die rechtsradikale Ecke zu verbannen. Glaubt sie, sich damit einen argumentativen Vorteil zu verschaffen?
Die Begründung zu einem Urteil des BGH5 beurteilt sie folgendermaßen:

„Er spiegelt die geläufigen Ressentiments gegen Veränderungen des Sprachgebrauchs im Allgemeinen und wiederholt öffentlich kursierende, sachlich verkürzte und z. T. unzutreffende Ansichten über bestimmte sprachliche Strukturen.“

Was sind denn „geläufige Ressentiments gegen Veränderungen des Sprachgebrauchs“? Um welche Veränderungen geht es denn konkret? Die Sprache verändert sich ständig, aber nicht wegen fragwürdiger (oder mindestens wissenschaftlich zu diskutierender?) Interpretationen und darauf basierenden Forderungen nach Veränderung.

„Es ist an der Zeit, dieses Thema in der germanistischen Linguistik zu diskutieren – und zwar als Forschungsthema, das zugleich die Chance bietet, öffentlich sichtbar zu machen, dass die Sprachwissenschaft mehr zu leisten im Stande ist, als sich in präskriptiver und restaurativer Manier der Verteidigung überholter, sachlich nicht zu begründender Normen zu verschreiben und damit ihr eigenes Verständnis von Sprache als einem sich stetig wandelnden System zu konterkarieren.

So viel in sich Widersprüchliches in einem Satz unterzubringen, ist schon eine beachtenswerte Leistung. Besonders für jemanden, der sich für kompetent zu sprachlichen Fragen hält. Ein Forschungsthema sollte Hypothesen ergebnisoffen erforschen und ggf. auch verwerfen. Diewald aber weiß schon, dass Sprachwissenschaft zu mehr in der Lage ist, als nur die gelebte – und sich selbstverständlich stetig wandelnde – Sprache zu erforschen.
Was ist denn das „Mehr“? Grammatische Regeln zu „Gebrauchskonventionen“ und damit für obsolet zu erklären? Neue, eigene (bessere?) grammatische Regeln und Normen erfinden? Neue, eigene Definitionen für Begriffe zu erfinden („Der Beamter ist eine männliche Person, die …“, „Lügner ist eine männliche Person, die …“ … alle Lügner?)? Also das gesamte Sprachsystem umzubauen (inhärent manipulativ)? Darauf laufen ihre Forderungen schließlich hinaus.
Außerdem weiß sie auch schon, dass die gelebte Sprache nach „überholten, sachlich nicht zu begründenden Normen“ funktioniert. Geht Frau Diewald etwa davon aus, dass diese Normen nicht aus der gelebten Sprache hergeleitet, sondern gezielt (von wem?) aufgestellt wurden? Könnte es sich hier eventuell um einen Verschwörungsmythos handeln?
Also her mit neuen Normen (inhärent manipulativ?). Was will sie dann noch erforschen? Sie erklärt sich selbst (und wahrscheinlich auch alle Anhänger der „feministischen Linguistik“) zu „Sich“. Denn Sprache wandelt sich, aber Diewald meint jetzt diese Funktion selbst übernehmen zu können. Beispielsweise durch ihre Bücher „Richtig Gendern“ und „Handbuch geschlechtergerechte Sprache“ (inhärent manipulativ?).

2. „Das sogenannte generische Maskulinum“

„Mit dem Ausdruck ‚generisches Maskulinum‘ wird eine Gebrauchskonvention des Deutschen bezeichnet, die im 20. Jahrhundert als üblich akzeptiert wurde und die im Wesentlichen darin besteht, grammatisch maskuline Personenbezeichnungen (im Singular oder Plural, z.  B. der Kunde/die Kunden) zur Bezeichnung „gemischter Gruppen“ oder zum Ausdruck allgemeiner, d.  h. geschlechtsunspezifischer Referenz auf Personen zu verwenden …“

Noch ein langer Satz aus ungenauen und falschen Behauptungen: Wie definiert die Autorin denn den Begriff „Gebrauchskonvention“? Ist eine allgemein übliche „Gebrauchskonvention“ nicht einfach eine grammatische Regel? Die wurde im 20 Jahrhundert als üblich akzeptiert. Das ist richtig, aber auch eine Irreführung. Denn die generische Verwendung des Maskulinums ist wesentlich älter6 und auch viel komplexer als die simplen Beispiele, die Diewald verwendet.
Aber selbst wenn das so wäre, dann wäre die „feministische Linguistik“ also der Versuch, einen seit dem 20. Jahrhundert stattfindenden Sprachwandel aufzuhalten oder sogar wieder umzukehren. Nämlich den Bedeutungswandel maskuliner Berufs- und Rollenbezeichnungen von „männlich“ hin zu „generisch und spezifisch“.
Wo wird denn der Singular für Gruppen verwendet? Ja, sogar das kommt gelegentlich vor. Und zwar ausgerechnet bei absolut generischer Verwendung des Maskulinums: „Der Wähler hat entschieden“, „Der Kunde ist König“, Du musst zum Arzt“, „Ich will noch zum Bäcker und zum Friseur“.
Singular und Plural sind beim Maskulinum oft identisch. Auch darum wird das Maskulinum selbstverständlich in allen Zusammensetzungen generisch verwendet: Bürgermeisterin, Einwohnerversammlung, Wählerverzeichnis, Bäckerhandwerk, Führerschein, Kanzleramt, …
Auch der nächste Absatz bezieht eindeutig Position. Setzt also die Ergebnisse der angeblich so dringend notwendigen Forschung schon voraus. Die generische Verwendung des Maskulinums wird als „schöne Tradition“ verhöhnt.
Bezugnehmend auf das BGH-Urteil5 beruft sich die Autorin darauf, dass ausgerechnet (einige) Banken trotz des Urteils verschiedene Formen (jeder, wie er gerade Lust hat oder „Es findet sich eine große Breite an Formen und Lösungen.“) „gerechter“ Sprache verwenden. Warum machen (Bank-) Manager wohl so etwas? Weil sie sich so sehr für die Gerechtigkeit einsetzen? (Zum Beispiel Steuergerechtigkeit? Cum-Ex? Oder Verteilungsgerechtigkeit? Oder …) Oder eher, weil sie keine Lust auf und keine Zeit für solche Gerichtsprozesse haben? Zum Greenwashing kommt dann noch das Genderwashing? Das soll ein Argument fürs Gendern sein?

„Das sogenannte generische Maskulinum ist keineswegs die einzige seriöse Sprachform zur geschlechtsneutralen Benennung von Personen im öffentlichen Sprachgebrauch.“

Stimmt! Aber die meist verwendete Form. Sogar im „nicht öffentlichen“ Sprachgebrauch. Und es ist tief im Sprachsystem verankert. Beispielsweise in den Zusammensetzungen oder bei Wörtern wie „wer“, „jemand“ oder „niemand“. Die sind maskulin Singular und haben nicht mal eine feminine Form und auch keinen Plural. „Keiner“ und „jeder“ werden auch meist generisch gebraucht, obwohl es spezifisch weibliche Formen gibt.
Opportunismus ist weit verbreitet. Insbesondere in der Wirtschaft, wo man sich danach richtet, was (vermeintlich) dem Geschäft oder dem Image nutzt oder Kosten spart. Es gibt aber auch Menschen, die reden, wie ihnen der Schnabel gewachsen ist. Das ist die gelebte Sprache, die es zu erforschen gilt, nicht irgendwelche Kunstprodukte von selbst ernannten Reformern.

„Offensichtlich ist in der Sprachgemeinschaft die Auffassung weit verbreitet, dass geschlechtergerechte Sprache im öffentlichen Umgang sinnvoll ist und dass das sogenannte generische Maskulinum diese Funktion nicht erfüllt.“

Die „weite Verbreitung“ dieser Auffassung kann man beispielsweise hier erkennen:

Umfrage Infratest Dimap7 KW19/2021 (25.5.2021)
Bewertung gendergerechter Sprache in Prozent (zu 100 fehlende: Keine Angabe)

„Ein Viertel der Befragten (26 Prozent; -9 zu Mai 2020) befürwortet zwar aktuell den Einsatz von Binnen-I oder nicht-differenzierenden Formen. Zwei Drittel der Wahlberechtigten (65 Prozent; +9) lehnt deren Verwendung in Medien und Öffentlichkeit jedoch ab. Die zunehmende Präsenz einer gendergerechten Sprache in Medien und Öffentlichkeit hat deren Akzeptanz nicht gesteigert. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Ablehnung gestiegen.“7
Weniger repräsentative Umfragen bei verschiedenen Online-Zeitungen zeigen Ergebnisse zwischen 80 und deutlich über 90 % Ablehnung der Gendersprache.
„Die angeblich unangefochtene allgemeine Akzeptanz und Verbreitung des sogenannten generischen Maskulinums ist Fiktion (manchmal vielleicht auch Wunschvorstellung).“ Wo ist hier die Wunschvorstellung?

3. „Behauptungen und linguistische Argumente“

Im Kapitel 3 verwendet die Autorin konsequent den Begriff „Gebrauchskonvention“ für eine grammatische Regel. Sie benennt zwei Argumente für die generische Verwendung des Maskulinums, die sie als „Behauptungen“ bezeichnet. Das erste Argument ist, dass es sich eben nicht um eine „Gebrauchskonvention“, sondern um eine grammatische Regel handelt.
Interessanterweise haben ausgerechnet die Verfasser einer Studie8, die Diewald und andere bis heute immer wieder für die „gerechte“ Sprache ins Feld führen, Folgendes ihrer Studie vorangestellt (Übersetzung aus den Englischen und Hervorhebung durch den Autor):
„Während feminine Pluralformen sich ausschließlich auf Frauen beziehen, beziehen sich maskuline Pluralformen entweder auf eine Gruppe von Männern (spezifischer Gebrauch des Maskulinums) oder auf eine Gruppe Menschen beiderlei Geschlechts, eine Gruppe aus Personen unbekannten Geschlechts oder wo das Geschlecht irrelevant ist (generischer Gebrauch des Maskulinums). Dies ist eine explizite grammatische Regel (Académie Française, 2002; Baudino, 2001; Duden, 2005) …“
Mehr zu dieser und weiteren Studien weiter unten. Das zweite Argument wird von der Autorin bewusst ungenau wiedergegeben:

„Es wird behauptet, maskuline Formen vom Typ der Kunde/die Kunden seien an sich semantisch geschlechtsneutral.“

Sie verkehrt ihr eigenes Argument, das Maskulinum wäre immer spezifisch männlich, ins Gegenteil. Das ist natürlich so einfach falsch. Das Maskulinum wird sowohl generisch, wie auch spezifisch verwendet. Der Unterschied ergibt sich für jeden, der seine Muttersprache korrekt beherrscht, ganz selbstverständlich aus dem Kontext. Wäre es anders, hätte sich so ein Verständigungsproblem längst durch natürlichen Sprachwandel erledigt.
Nachdem die Autorin ankündigt, diese „Behauptungen“ anhand linguistischer Fakten zu widerlegen, beginnt sie erst einmal eine andere Baustelle zu bearbeiten:
Ja, viele Kritiker der Gendersprache verweisen immer wieder auf den Unterschied zwischen grammatischem Genus und Sexus. Es mag ja sein, dass die linguistisch gebildeten Befürworter diesen Unterschied kennen. Viele Aktivisten und „Anwender“ der Gendersprache aber offensichtlich nicht. Sonst würde wohl nicht immer „die männliche Form“ genannt, wenn das grammatische Maskulinum gemeint ist. Diewald hat in ihrem Buch „Richtig Gendern“ sogar einen ganzen Abschnitt diesem Thema gewidmet. Ist das wirklich so kompliziert, dass eine Professorin der Linguistik sich so intensiv damit befassen muss? Oder hat sie hier nur die eigene Interpretation vertreten, dass bei Personenbezeichnungen Genus und Sexus eben doch identisch sind?

„Das semantische Merkmal ‚weiblich‘ ist Bestandteil der Bedeutung von Substantiven wie Frau, Weib, Großmutter, Malerin, Professorin, das semantische Merkmal ‚männlich‘ ist Bestandteil der Bedeutung von Substantiven wie Mann, Männchen, Großvater, Maler, Professor. Das grammatische Genus ist dabei nicht entscheidend: Frau weist das Genus Femininum auf, Weib hingegen das Genus Neutrum; Mann das Genus Maskulinum, Männchen das Genus Neutrum.“

Nur dass dann natürlich Malerbedarf zwar von männlichen und weiblichen Malern erworben werden kann, aber nicht von Malerinnen? Und dass das Professorengehalt einer Frau Diewald gar nicht zusteht? Das Männchen ist Neutrum, weil in der deutschen Sprache alle Verkleinerungsformen (auch das Mädchen und das Brötchen) Neutrum sind. Sie verknüpft hier inhärent geschlechtsspezifische Bezeichnungen (Frau, Weib, Großmutter, Mann, Großvater, Männchen) mit Rollen- bzw. Berufsbezeichnungen, die selbstverständlich auch (vor allem im Plural) generisch verwendet werden.

„Wer ist explizit angesprochen? Wer ist vielleicht mitgemeint, vielleicht aber auch ausgeschlossen?“

Wenn jemand explizit angesprochen werden soll, wird selbstverständlich die jeweils spezifische Form verwendet. (Es sei denn, man möchte sich eine Studie8 basteln … oder solche Beispiele) Bei der generischen Verwendung des Maskulinums sind alle „gemeint“, alle sind „explizit angesprochen“ und niemand ist “ausgeschlossen“. Solche Irritationen werden durch die Gendersprache erst erzeugt.

„Von BefürworterInnen des ‚generischen Maskulinums‘ wird die Behauptung aufgestellt, dass die jeweiligen grammatisch maskulinen Formen semantisch nicht ‚männlich‘, sondern ‚neutral‘ seien und daher das „generische Maskulinum“ nicht als diskriminierend oder sexistisch zu beanstanden sei.“

Von einer „feministischen Linguistin“ wird die Behauptung aufgestellt, dass ihre Kritiker diese Behauptung aufstellen. Maler/Malerin und andere von der Autorin aufgeführten Beispiele zeigen eindeutig, dass der gemeinsame Stamm „Maler“ ist, der erst durch den zusätzlichen Suffix -in zum Femininum wird. Der gemeinsame Stamm ist aber immer noch da. Ohne ihn hätten wir eine ganz neue Sprache: Malin, Bäckin?
Der gemeinsame Stamm wird im Plural meistens generisch aber natürlich auch spezifisch verwendet. Die jeweilige Verwendung wird durch den Kontext problemlos von jedem, der nicht ideologisch vorbelastet ist, richtig interpretiert: Max und Moritz sind Lehrer, Hänsel und Gretel auch. Im Lehrerzimmer sitzen sie nebeneinander. Feueralarm! Alle Schüler und Lehrer verlassen umgehend das Gebäude! Das ist also alles diskriminierend und sexistisch?
Natürlich kann man sich auch Sätze basteln, bei denen die Unterscheidung nicht so eindeutig ist. Das kann man aber auch in vielen anderen Zusammenhängen. Es liegt an der abstrahierenden Eigenschaft der Sprache. Solche Spiele, gezielt Irritationen zu erzeugen, sollten Linguisten eigentlich geläufig sein: Der Läufer liegt am Boden (der aus Klein Rennefix oder der aus Wolle?). Einige missbrauchen solche Spielchen sogar als „Beweise“.
Für die spezifische Verwendung des Maskulinums ist oft sogar ein zusätzlicher Hinweis erforderlich: Darum gibt es männliche und weibliche Sportler. Die weiblichen Sportler nennt man auch Sportlerinnen, die männlichen muss man aber, wenn es darauf ankommt, männliche Sportler nennen. Männliche Sportlerinnen gibt es aber nicht und weibliche Sportlerinnen sind weiße Schimmel.
Dazu kommt noch die Tatsache, dass viele Substantive, die aus einem Verb gebildet werden, im Deutschen in ihrer Grundform maskulin sind. Maler ebenso wie Bohrer, Lügner ebenso wie Wecker. Sogar Scheinwerfer und Speerwerfer, Büstenhalter und Buchhalter … Das hat mit der einheitlichen Wortbildung und nicht mit irgendwelchen kürzlich erfundenen Interpretationen von Benachteiligung oder Bevorzugung zu tun. Oder gar mit Diskriminierung und Sexismus, wie Diewald behauptet.
Wie soll man das überhaupt alles umbauen? Zumal es reichlich Wörter gibt, die sowohl Menschen als auch Gegenstände bezeichnen: Schwimmer, Anhänger, Schläger … Wer soll das alles lernen? Deshalb haben die maskulinen Personenbezeichnungen auch nur sehr bedingt mit dem Sexus zu tun. Nicht „die Sprache“ diskriminiert. Menschen tun das. Egal in welcher Sprache und mit welchen Worten.
Dieser Interpretation wird also von der „feministischen Linguistik“ widersprochen. Eine Wissenschaft, die eine wie auch immer zu bewertende ideologische Zusatzbezeichnung (feministisch, sozialistisch, nationalistisch, marxistisch-leninistisch, maoistisch, trotzkistisch, esoterisch …) trägt, disqualifiziert sich damit als Wissenschaft. Sie ist nicht mehr objektiv und kann (und will) damit ihre Hypothesen gar nicht mehr diskutieren und kritisch hinterfragen, geschweige denn, sie falsifizieren. Da baut man dann sicherheitshalber „Diskursbrandmauern“3, weil den eigenen Argumenten doch nicht so recht getraut wird – oder man gar keine überzeugenden Argumente hat? Wie arbeitet also die „feministische Linguistik“?

„Man kann erstens eine semantische Analyse der betroffenen Sprachzeichen im aktuellen Sprachsystem betreiben. Man kann zweitens sprachgeschichtliche Fakten zur weiteren Klärung heranziehen. Und man kann drittens empirische Methoden anwenden, die den Sprachgebrauch, die Einschätzungen der Sprachgemeinschaft und kognitive Verarbeitungsvorgänge untersuchen.“
Das ist erst einmal durchaus seriös. Wie aber sieht das das konkret aus?

3.1 „Semantische Oppositionen bei Personenbezeichnungen“

„Eine Personenbezeichnung wie Mann, Redner, Bäcker oder Diplomat verbindet sich problemlos mit einem Subjektsausdruck mit einem männlichen Referenten: Kurt ist ein kluger Mann/ein eloquenter Redner/ein geschäftstüchtiger Bäcker/ein echter Diplomat. Ein Subjektsausdruck mit weiblicher Referenz (hier Anna) erzeugt hingegen semantisch abweichende Sätze wie: *Anna ist ein kluger Mann/ein eloquenter Redner/ein geschäftstüchtiger Bäcker ein echter Diplomat. Ausdrücke wie Mann, Redner und Diplomat sind somit semantisch geschlechtsspezifisch, und zwar ‚männlich‘; analog hierzu sind die Substantive Frau, Rednerin, Bäckerin und Diplomatin semantisch geschlechtsspezifisch, und zwar ‚weiblich‘.“

Was ist denn hier passiert? Diesmal hat Diewald maskuline Personenbezeichnungen mit einem männlichen und einem weiblichen Vornamen verknüpft. Sie also schon wieder explizit spezifisch verwendet. Damit will sie also beweisen, dass das Maskulinum immer spezifisch männlich ist? Sie will spezifisch und generisch offensichtlich gar nicht auseinanderhalten. In „diskriminierender Sprache“ klingt das dann so:
Kurt und Anna sind geschäftstüchtige Bäcker, echte Diplomaten und eloquente Redner … und außerdem auch noch nette Menschen. Anna ist kein Mann und Kurt keine Frau. So einfach ist das. Anna hat, genau wie Kurt, das Bäckerhandwerk erlernt, einen Meisterbrief erworben und einen Diplomatenpass.
Sind Kurt und Anna etwa Bäcker*innen? Also (mindestens) zwei Frauen? Oder gar Bäckerinnen und Bäcker? (Wer bin ich und wenn ja, wie viele?) Wer von beiden ist ein*e Bäcker*in? Keiner! Und wenn sie als Diplomaten am Rednerpult stehen, sind sie ganz bestimmt auch keine „Backenden“. Das ist doch die „adäquate Darstellung von Sachverhalten“, die bei der Genderei herauskommt. „Mann“ ist selbstverständlich semantisch geschlechtsspezifisch, Redner, Bäcker und Diplomat aber nur, wenn sie entsprechend kontextualisiert sind.
Dann geht es kurz um Substantive ohne Movierung. Obwohl Diewald die richtig einordnet, entblödet sich der Dudenverlag – bei dem „feministische“ Genderlinguisten so gerne veröffentlichen – nicht, eine Gästin und sogar eine Bösewichtin zu erfinden, während sie gleichzeitig das Femininum „die Person“ verwenden, um ein generisches Maskulinum in „eine männliche Person, die …“ umzudefinieren (inhärent manipulativ?). Die „feministische Linguistik“ meint dazu: … NICHTS.
Jetzt kommt die Autorin einer inhärenten Eigenschaft der Sprache nahe, kann sie aber offenbar nicht so recht packen. Sprache ist von ihrer Natur her Abstraktion. Irrelevantes wird ausgeblendet. Stattdessen werden Oberbegriffe bzw. generische Begriffe verwendet. Das würde der Autorin aber zu weit gehen, darum macht sie (die) Person zu einem Oberbegriff für „Mann/Frau“. Kinder, Jugendliche, Greise und alle Personen, bei denen eine andere Kategorie als ihr Geschlecht gerade wichtiger ist, zählen nicht, oder? Wofür ist „der Mensch“ Oberbegriff? Kind macht sie zum Oberbegriff für „Junge/Mädchen“. Das geht ja gerade noch, aber Baum als Oberbegriff für „Nadelbaum/Laubbaum“ zeigt ihren eingeschränkten Blick auf die Sprache. Die sind nämlich wieder Oberbegriffe (Abstraktionen) usw. bis hinunter zum einzelnen konkreten Baum.
Aus der Tatsache, dass geschlechtsspezifische Bezeichnungen paarweise auftreten, schließt sie, dass das Maskulinum dann nur spezifisch interpretiert werden kann. Warum machen die meisten Menschen das dann einfach nicht? Wie ist das mit Tag und Nacht, Hund und Hündin, Katze und Kater? Einer der paarigen Begriffe wird ganz selbstverständlich sowohl generisch, wie auch spezifisch verwendet. Bei Tag und Nacht sogar beide: Vier Nächte im Hotel gebucht, drei Tage krank gewesen.

„Geschlechtsunspezifische Nomina treten per definitionem NICHT paarig im Sinne der Opposition ‚weiblich‘/‚männlich‘ auf – weder als eigenständige Lexeme, noch als Ableitungen. Geschlechtsspezifische Personenbezeichnungen (und Tierbezeichnungen) hingegen verhalten sich – ebenfalls per definitionem – genau gegenteilig: Sie treten paarig auf, wobei jedes der beiden Elemente des Paares ein spezifisches semantisches Merkmal hat.“

Erstens: Was für eine Definition? Wer definiert so etwas? Kann man das einfach anders definieren? Zweitens wäre der erste Satz eine Tautologie, wenn er denn den Sachverhalt „adäquat abbilden“ würde. Das tut er aber nicht, weil er die weitverbreitete generische Verwendung einer von zwei paarig auftretenden Formen negiert: Neun Kater und eine Katze sind zehn Katzen. Oh, verkehrt herum diskriminiert? Der zweite Satz klingt, wie eine logische Fortsetzung, ist es aber nicht. Denn geschlechtsspezifische Personenbezeichnungen treten zwar logischerweise (und nicht per definitionem) paarweise auf, das Maskulinum wird aber vornehmlich generisch, seltener (ungefähr so häufig wie das Femininum) spezifisch verwendet und auch so interpretiert, während das Femininum immer spezifisch ist. Das semantische Merkmal ist also beim Maskulinum nicht ausschließlich spezifisch.
Dass das Maskulinum (lange vor dem 20. Jh.) so viel häufiger auftaucht, liegt auch daran, dass der oft mit dem Singular identische Plural fast immer generisch verwendet wird:

DWDS-Wortverlaufskurve für „Teilnehmer · Teilnehmerin · Zuschauer ·
Zuschauerin“, erstellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache9

Dann kommt eine Erkenntnis, die zeigt, dass Diewald sehr wohl auch kritisch hinterfragen kann: Peter Eisenberg hatte in einem Interview behauptet, bei der Beidnennung würden Frauen doppelt genannt. Einmal durch das generische Maskulinum und dann noch einmal durch das Femininum. Da ist er wohl übers Ziel hinausgeschossen, denn bei der Beidnennung wird das Maskulinum spezifisch und von den meisten Menschen auch so interpretiert.
Die exzessive Verwendung der Beidnennnung ist sogar eine Methode, den falschen Eindruck zu erwecken, das Maskulinum wäre immer spezifisch … und um Zuhörern und Lesern auf die Nerven zu gehen. Die Diewaldsche Begründung soll dadurch also erst erzeugt werden.
Allerdings kann man Eisenbergs Äußerung auch einfach dahingehend interpretieren, dass die Doppelform eine überflüssige Redundanz erzeugt. Welche relevante Information (und grammatischen Fehler!) enthält denn die Beidnennung in folgendem Zitat?
„Landesabstimmungsleiterin oder Landesabstimmungsleiter sind die Landeswahlleiterin oder der Landeswahlleiter. Stellvertreterin oder Stellvertreter der Landeswahlleiterin oder des Landeswahlleiters sind die Stellvertreterin oder der Stellvertreter der Landeswahlleiterin oder des Landeswahlleiters. Die Landesabstimmungsleiterin oder der Landesabstimmungsleiter führt die Geschäfte des Landesabstimmungsausschusses.“ (§ 32 Abs. 2 des Gesetzes über das Verfahren bei Volksinitiative, Volksbegehren und Volksentscheid des Landes Brandenburg) So geht das über 27 Seiten!
Wenn die Autorin diesen Fehler bei Eisenberg so leicht erkennen kann, warum erkennt sie dann die viel gröberen Fehler ihrer eigenen Argumentation nicht?
Anschließend geht es wieder zurück zu der Behauptung, durch die Tatsache, dass eine spezifisch weibliche Form existiert, wäre die „männliche Form“ eben auch ausschließlich spezifisch:

„Wenn nun die Maskulinformen letzterer (Redner, Diplomat usw.) zur Bezeichnung gemischter Gruppen oder zur allgemeinen unspezifischen Referenz verwendet werden – das ist es, was mit dem Ausdruck „generisches Maskulinum“ gemeint ist –, handelt es sich um eine Gebrauchskonvention dieser Formen, die deren lexikalischen Gehalt nicht ändert.“

Schon wieder will die Autorin den Singular für Gruppen verwenden? Damit es logischer klingt? Wahrer wird es dadurch aber nicht. Und der lexikalische Gehalt wird nicht von Frau Diewald festgelegt, sondern ergibt sich ganz einfach aus dem Kontext und dem allgemeinen Sprachverständnis. Da ist es wohl bei Frau Diewald mit dem Unterschied zwischen Genus und Sexus doch nicht so weit her? Oder nur da, wo es passt? Das Rednerpult nur für Männer! Und der Diplomatenpass natürlich auch! Frauen dürfen also nur ans Rednerinnenpult und bekommen einen Diplomatinnenpass? Dumm nur, dass bei diesen femininen Formen immer der Plural inhärent ist. Beim generischen Maskulinum ist Singular/Plural meist identisch. Deshalb kann es eigentlich kein Kanzlerinnenamt geben, weil nun mal immer nur ein Kanzler da rein darf. Sogar wenn er weiblich ist. Das ist dann eine einzige Kanzlerin.

3.2 „Substantivableitung auf -er und Femininmovierung auf -in: einige sprachhistorische Notizen“

„Das Ableitungssuffix -er ist das wichtigste und produktivste Mittel, um Substantive zur Bezeichnung von Personen zu erzeugen, weshalb wir uns darauf konzentrieren. Diese Form ist in althochdeutscher Zeit als lateinisches Lehnsuffix -arius in unsere Sprache gekommen. Von Anfang an hat es, wie seine lateinische Quelle, selbstverständlich das semantische Merkmal ‚männlich‘.“

Gleich mehrere scheinbar plausible, aber definitiv falsche Behauptungen: Der lateinische Suffix -arius ist sicher eine Stufe in der langen Entwicklung des Suffixes -er, aber ganz sicher nicht die Quelle. Deutsch ist nicht aus dem Lateinischen entstanden, es ist eine indogermanische oder indoeuropäische Sprache. Latein ist ein Zweig dieser Entwicklung und es gibt natürlich Wechselwirkungen.
Das Maskulinum als Standardgenus ist lange vor dem Latein entstanden.6,10,16 Damit basiert das ganze Kapitel auf einer Behauptung, die so einfach falsch ist. Sollte eine Linguistin das nicht alles wissen?
Außerdem ist das Ableitungssuffix -er (unter anderem) das wichtigste und produktivste Mittel, um aus Verben Substantive zu machen, nicht nur Personenbezeichnungen (schwimmen – Schwimmer, Halter, Bohrer, Träger, Lügner, Betrüger, …).
Die Interpretation der Autorin, dass das semantische Merkmal für Berufs- und Rollenbezeichnungen „männlich“ ist, beruht wohl darauf, dass bis in die nicht allzu ferne Vergangenheit Gesellschaften patriarchal geprägt waren. Das Maskulinum korrelierte deshalb eher (aber eben auch nicht absolut) mit dem Sexus „männlich“ als das in der Gegenwart immer weniger der Fall ist. Hier wird also Korrelation mit Kausalität verwechselt.
Bei natürlichem Sprachwandel ist die einfachste und häufigste Form die, dass sich die Bedeutung von Wörtern und Wendungen an die sich wandelnde Realität anpasst. Die Forderungen der „feministischen Linguistik“ durch ständige Hervorhebung der spezifisch weiblichen Form, diesen Wandel selbst herbeizuführen, sind das Gegenteil und können nur zu sprachlichen Katastrophen (s.o.) führen. Außerdem wird dadurch die Kategorie Geschlecht in ihrer Bedeutung derart aufgeladen, dass die meist irrelevante Information in den Vordergrund gerückt wird.
Dann gibt es auch noch ein paar Bezeichnungen für weibliche Personen, die nicht auf -in enden (Laut Diewald: Hexe, Witwe … viele fallen einem da nicht ein) die dann durch den Suffix -er spezifisch männlich gemacht werden. Sie sind auch nicht aus einem Verb gebildet (oder doch?). Schon soll das dann nach Diewald für alle Personenbezeichnungen auf -er gelten? Das soll ein Beweis sein? Bei ZEIT Online erfindet man dann sogar Witwerinnen. Bei der Hexe stimmt Diewalds Interpretation nicht mal: Das Verb hexen wird zu Hexer (so wie bohren zu Bohrer und wecken zu Wecker, lügen zu Lügner) aber nicht zu Hexerin (das würde aber auch funktionieren), sondern zu der verkürzten Form Hexe.
„Gerade diese Ableitungen von einer weiblichen Basis erweisen die spezifisch männliche Bedeutung des Suffixes -er.“ Das sagt meine Mutter auch immer, die hat eine Tochter, das ist meine Schwester.

„Die Frage, ob bei der Verwendung einer -er-Form Frauen mitgemeint sein könnten, stellte sich lange nicht: Die patriarchale Gesellschaftsordnung wies Frauen keine Funktion im öffentlichen Leben zu, die mit Beruf, Status oder offizieller Tätigkeit zu tun hatte.“

Das ist (fast) richtig. Aber eben Plusquamperfekt (vollendete Vergangenheit). Korrelation und Kausalität sollte man als Wissenschaftlerin aber eigentlich auseinanderhalten können. Und Lügner, Betrüger, Sünder, Räuber, Mörder und Täter haben dann natürlich einen ganz eigenen Status? Und Wecker, Bohrer und Halter (Buch-, Strumpf-, Hunde-, Büsten-) natürlich auch. Die Wortbildung für Substantive aus einem Verb durch den Suffix -er (also die Sprache oder die Grammatik) schert sich gar nicht um Männlein, Weiblein oder Sächlein. Das haben die Genderlinguisten erst erfunden. Dass Sprache lange vor „der patriarchalischen Gesellschaftsordnung“ entstanden ist, sei nur am Rande erwähnt.
„Die ersten Dokumente,…“ auf die sich Diewald beruft, sind wohl gar nicht so alt. Genau kann man das nicht feststellen, sie benennt sie nämlich nicht. Das einzige, das sie zitiert, stammt von einem offensichtlich sexistisch geprägten Mann aus dem frühen 20. Jahrhundert. Dessen Interpretation zieht die Autorin als Beweis für die ausschließlich spezifische Bedeutung des Maskulinums heran?

„Frauen sind an sich sekundär und bedeutungslos, daher müssen sie nicht explizit erwähnt werden (ausführlich hierzu siehe Irmen & Steiger 2005).“

Die Opferrolle steht einer Professorin besonders gut. Das sieht der Student, der bei Diewald vielleicht promovieren möchte und anderer Ansicht ist, sicher genau so. Niemand muss explizit erwähnt werden, wenn es dazu keinen Grund gibt. Genau das leistet das generische Maskulinum.
Nach Diewald haben also „die Männer“ ständig nur daran gedacht, die Frauen zu unterdrücken und aus dem Bewusstsein verschwinden zu lassen, sie „unsichtbar“ zu machen und dazu die Sprache entsprechend „gewählt“. Und sie tun das immer noch. Warum haben die meisten Frauen das bis heute nicht bemerkt und verwenden diese „falsche“ Sprache ganz ungezwungen?
Einige Feministinnen hatten, nachdem Wahlrecht, Gleichberechtigung als Verfassungsrang, finanzielle Unabhängigkeit und freie Berufswahl (alles ganz ohne Sprachakrobatik) erreicht waren, offensichtlich Bedarf an weiteren derart spektakulären Erfolgen. Deshalb haben sie in den 70er Jahren die Sprache als neues Schlachtfeld erfunden.

„Diese Festlegung auf die geschlechtsspezifisch männliche Personenbezeichnung für allgemeine Referenzkontexte kann nur als bewusste Festigung der patriarchalen Vormachtstellung der Männer verstanden werden. Frauen konnten mitgemeint sein. Sie konnten aber jederzeit ausgeschlossen werden.“

Ja, dann muss es wohl eine geheime Verschwörung „der Männer“ geben, die bewusst und zielgerichtet die „männliche Form“ im 20. Jahrhundert als generische Form „festgelegt“ haben, weil sich nicht mehr verhindern ließ, dass Frauen auch Sportler, Lehrer, Lügner, Sünder und Heiler werden konnten. Und keiner hat‘s gemerkt.
Wer hat das denn „festgelegt“? Wer will das denn „bewusst festigen“? Welche Vormachtstellung haben Männer denn heute noch? Wer redet hier von „den Männern“ und „den Frauen“? Wer soll das denn sein? Etwa die >90 % Männer in den Gefängnissen und die >90 % Frauen auf den Genderlehrstühlen? Oder etwa die (ausschließlich weiblichen) Gleichstellungsbeauftragten, die Leitfäden für eine „gerechte“ Sprache spinnen? Leitfäden, bei denen jedem Linguisten der Kragen platzen müsste? Dazu aber von der „feministischen Linguistin“ kein einziges Wort.
„Die entsprechenden grammatisch maskulinen Formen waren in der Geschichte immer und bewusst semantisch spezifisch männlich.“ Dann sind die meisten Menschen also bewusstlos?
Die Geschichte (der Sprache) beginnt also bei Frau Diewald etwa in der Römerzeit? Oder in der Renaissance? Schon alleine die Vorstellung, Sprache könne bewusst und interessegeleitet (um-)gestaltet werden, ist mindestens äußerst fragwürdig, wenn nicht sogar einfach falsch. Das wurde zwar immer wieder – vor allem von totalitären Ideologien – versucht. Die Erfolge sind aber eher bescheiden. Solche Manipulationen werden vom Volksmund oft ignoriert (Glühbirne), verballhornt (Azubiene) oder – spätestens nachdem die Ideologie die Macht verloren hat – in ihrer Bedeutung neutralisiert. (Jahresendflügelfigur => Engel, antifaschistischer Schutzwall => Mauer, Parteien des demokratischen Blocks => Blockflöten …)

„Die Behauptung (bzw. die Festlegung in juristischen Kontexten), sie seien geschlechtsneutral und könnten gleichermaßen und in gerechter Weise zur Bezeichnung von Männern und Frauen verwendet werden, findet sich erst im 20. Jahrhundert (Doleschal 2002, Grabrucker 2017).“

Da hat Frau Diewald (und die genannten Autoren) wohl noch nie Texte gelesen, die lange vor dem 20. Jahrhundert entstanden sind 6. Die Tatsache, dass das im 20 Jh. erstmals (?) explizit formuliert wurde, beweist also, dass es erst seit dem 20. Jh. so interpretiert wurde? Juristische Festlegungen sagen genau was über den Zeitpunkt aus, ab dem der allgemeine Sprachgebrauch allgemein ist?

„Wie bekannt, wurde diese Einschätzung von der neuen Frauenbewegung zurückgewiesen und das „generische Maskulinum“ als sexistischer Sprachgebrauch erkannt.“

Erkannt oder erfunden? Ja, was gibt es dann noch zu erforschen? Ist doch alles längst geklärt durch die „neue Frauenbewegung“. Wozu brauchen wir dann noch feministische Linguisten? Es braucht nur noch ein paar „juristische Festlegungen“, dass ab sofort alle „Richtig falsches Deutsch“ nach Diewald verwenden müssen. Das heißt dann Geutsch oder Dender. Oder „Neusprech“?
Die Tatsache, dass opportunistische Manager, Politiker und Journalisten (und sogar etliche Sprachwissenschaftler) einer lautstarken Minderheit folgen, wird folgendermaßen interpretiert:

„Das Vertrauen in die angebliche Geschlechtsneutralität eines „generischen Maskulinums“ ist also nicht nur in feministischen Kreisen äußerst gering.“

Mindestens 60-80 % der Menschen sind also eine zu vernachlässigende Minderheit? In der deutschen Sprache existiert für Personenbezeichnungen gar keine rein generische Form. Abgesehen natürlich von den Wörtern ohne Movierung (bei denen das Genus fröhlich durch alle Geschlechter irrlichtert: der Mensch, die Person, das Individuum …). Ein Bedarf für eine generische Form ist aber offensichtlich vorhanden. Die doppelte Verwendung (generisch und spezifisch) von Bezeichnungen ist, wie gezeigt, in unserer Muttersprache völlig normal.
Das Maskulinum auch als generische Form zu verwenden, beruht nicht auf irgendwelchen bewussten Entscheidungen, sondern darauf, dass das Maskulinum im Gegensatz zu Femininum oder Neutrum die einfache, elegante, kurze und praktische Lösung für eine generische Verwendung darstellt und deshalb von der Sprachgemeinschaft so als „Gebrauchskonvention“ übernommen und damit zur grammatischen Regel wurde.
Alle künstlichen Formen, die versuchen, das irgendwie zu verändern sind komplizierter, unpräziser, länger und meistens auch noch grammatisch, orthografisch und sachlich falsch. Keine dieser Formen bietet eine dritte, rein generische Form:
Man bastelt sich entweder Chimären aus Maskulinum und Femininum (Bürger*Innenmeister:Innenkandidat_Innen) oder verwendet Formen, die eigentlich eine ganz andere Bedeutung haben (Sänger und Tänzer oder Singende und Tanzende? Protestierende und Absolvierende?). Das „Partizipinum“ funktioniert, wie man sieht, meistens auch nicht. Lange Umwege (wer am Verkehr teilnimmt, der …?, Studierendenschaft, …) sind auch nur Krücken, die das Ganze verkomplizieren.
Die einzige sprachlich korrekte Form (Beidnennung im Plural) ist oft sachlich falsch (z.B. wenn von einem Geschlecht keine oder nur eine Person gemeint ist). Sie ist sprachökonomisch meistens überflüssig, weil sie keine zusätzliche Information enthält (Redundanz). Bei exzessiver Anwendung ist es sowohl für die Sender als auch die Empfänger lästig und lenkt von der eigentlichen Information ab.
Überhaupt enthalten alle Formen der sogenannten „gerechten“ Sprache keine einzige relevante zusätzliche Information. Im Gegenteil, sie betonen eine meistens irrelevante Information. Die Information: „Schaut mal, wie progressiv ich bin!“ ist übrigens absolut irrelevant. Seriöse Wissenschaft nennt so etwas einen „Soziolekt“ der sich auf bestimmte soziale Milieus beschränkt, die sich damit bewusst von der Sprachgemeinschaft abheben wollen.

3.3. „Empirische Stereotypenforschung“

Die Ergebnisse der „… empirischen Untersuchungen aus Linguistik, Kognitionspsychologie, Psycholinguistik, Erziehungswissenschaft, Medien- und Textwissenschaft … deren Zahl inzwischen in die Dutzende geht …“ sind aber nun einmal schwach bis gar nicht signifikant. Etliche dieser Studien sind sogar methodisch grob fehlerhaft.
Eine davon soll als Beispiel dienen, wie hier Wissenschaft betrieben wird6. Wir werden sehen, dass hier die Ergebnisse eigentlich das Gegenteil dessen beweisen, was der Titel verspricht:
Den Probanden (36 Studenten) wurde ein Satz präsentiert: „Die Sozialarbeiter liefen durch den Bahnhof.“ Anschließend zwei weitere Sätze: „Wegen der schönen Wetterprognose trugen mehrere der Frauen/Männer keine Jacke.“ Die Probanden sollten dann durch ja/nein entscheiden, welcher der beiden Sätze eine plausible Fortsetzung des ersten Satzes ist.
Das Ergebnis, dass die Fortsetzung mit „Männer“ (nur wenig) häufiger bzw. schneller ausgewählt wurde, wird dann dahingehend interpretiert, dass das Maskulinum Sozialarbeiter vornehmlich (aber nicht mal hier absolut) als Sexus „männlich“ assoziiert wird. Das klingt auch auf den ersten Blick plausibel. Bei genauerer Betrachtung stellt sich aber heraus, dass das Maskulinum hier ja gar nicht generisch, sondern durch den Zusatz „mehrere der Frauen/Männer spezifisch verwendet wurde. Das korrekte Ergebnis müsste also lauten: Selbst bei manchen Formen der spezifischen Verwendung des Maskulinums wird es teilweise generisch interpretiert. Natürlich passt das Maskulinum Sozialarbeiter nicht auf explizit genannte „mehrere der Frauen“, aber auf Männer.
Wie wäre es denn mit der Fortsetzung: „Wegen der schönen Wetterprognose trugen mehrere (von ihnen) keine Jacke“? Und dann passende Bilder einer Gruppe Frauen, einer Gruppe Männer, einer gemischten Gruppe, und Bilder von Tieren und Gegenständen; zu sortieren nach: Passt zur Aussage/ passt nicht. Oder gar mit der Gegenprobe: „Die Sozialarbeiterinnen …“
Mehrere weitere Studien verwenden den exakt gleichen methodischen Fehler (oder ist es ein gezielt eingesetzter Trick?), um zu ähnlichen Aussagen zu kommen. Andere Studien versuchen es mit dem Singular, der natürlich auch eher spezifisch als generisch verstanden wird. Etwas ausführlicher geht Kurfer11 auf die wissenschaftliche Seriosität solcher Studien ein.

4. „Ausblick – was wir alles nicht brauchen und was wir dringend brauchen“

Wer ist „wir“? Da schreibt die Autorin von „Ängsten“, „Pathos“ und „Irrationalität“ bei den Kritikern im Zusammenhang mit der Diskussion um die Gendersprache. Auch vom „medialen Aufruhr“ um die Aktion der Universität Leipzig, ein „generisches Femininum“ vorzuschreiben. Eine Linguistin findet es also völlig in Ordnung, grammatische Regeln einfach per Dekret außer Kraft zu setzen, ins Gegenteil zu verkehren und damit sachlichen Unsinn zu produzieren? Denn das Femininum ist natürlich sogar bei Diewald spezifisch weiblich. „Es handelt sich also um eine einfache spiegelbildliche Umkehrung der sonstigen Praxis, …“ Nur mit dem kleinen Unterschied, dass die meist generisch gebrauchte (und verstandene) Form durch eine explizit spezifische ersetzt wird.

„Wir brauchen sachliche und wissenschaftlich fundierte Auseinandersetzung mit unserer Sprache in ihren gesellschaftlichen Verwicklungen. Es ist sinnvoll und legitim, dass sich die germanistische Linguistik inhaltlich mit dem Problemfeld der geschlechtergerechten Sprache befasst. Und wenn man hier zu neuen Antworten kommt, die bisherige Gebrauchsoptionen in Frage stellen, ist dies aus wissenschaftlicher Perspektive keineswegs ein Fehler.“

Wozu brauchen wir denn diese „wissenschaftlich fundierte Auseinandersetzung“ noch, wenn die Ergebnisse doch schon feststehen? Wenn alle Kritik nur auf Ängsten, Aversionen und Irrationalität beruht? Eine Wissenschaft, deren erklärtes Ziel es ist, Hypothesen zu bestätigen und wissenschaftlich zu untermauern, statt sie ergebnisoffen zu prüfen, ist keine Wissenschaft.12 Bei wirklich wissenschaftlicher Arbeit könnte man ja sonst vielleicht auch zu Antworten kommen, die das Ganze als ideologisch motivierten Unfug identifizieren?


Referenzen