„Wenn die Sprache erst geschleift ist,
so wird bald kaum einer noch geschliffen reden können.“

(„Galeshka“)

Eilmeldung: Schwerer Unfall an einer Universität erst jetzt bekannt geworden

9 Minuten Lesezeit

Wie unsere Investigativreporter:-_/*Ïnnen im Außendienst erst jetzt herausgefunden haben, gab es bereits vor einigen Jahren einen schweren Unfall in einem Freilandlabor der Gendertechnik an der Humbug-Universität.

Gendertechnik, das ist so etwas ähnliches wie Gentechnik, nur mit dem männlichen Geschlechtswort „der“ in der Mitte. Ein spezielles, experimentelles Fachgebiet der Genderlinguistik. Das wiederum ist keine Wissenschaft, die neue, selbst kreierte Begriffe (wie z.B. „Ärzt*in“, „Beamtin“, „Bösewichtin“, Gästin“) und Regeln (alle Maskulina sind immer – außer, wenn wir das Gegenteil behaupten – spezifisch männlich) in der Sprache etablieren möchte.

Ein besonderer Schwerpunkt ist dabei die Erfindung von sogenannten „verdeckten Formen der Diskriminierung“ zur Begründung der selbst erfundenen Wörter und Regeln. Zum Beispiel, dass alle Maskulina negativ diskriminierend sind. Oder dass die Endung -er die zwingend zu gendernde männliche Form erzeugt. Das sagt meine Mutter auch immer, die hat eine Tochter, das ist meine Schwester, die fährt einen Bagger.

Die Gendertechnik unterscheidet sich von der Gentechnik unter anderem dadurch, dass sie ihre Experimente nicht im Hochsicherheitslabor, sondern gleich im Freiland ausführen muss, was leider einige Gefahren mit sich bringt.

Bei dem Unfall handelte sich um eine gewaltige Supernova. Bei dem Versuch, einen Genderstern in der Berliner Innenstadt zu implantieren, war er explodiert.

Als die Beamt:-/*Ïnnen und Beamten, Angestellt:-/*Ïnnen und Angestellten, Auszubildender:-/*Ïnnen und Auszubildenderen sowie die Freiwillige:-/*!Rinnen und Freiwilligeren der Feuerwehr (die Feuerlöscher:-/*Ïnnen und Feuerlöscher) und einige Krankenschwestern und Krankenschwester:-/*Ïnnen (oder heißt das Krank:-/*Ïnnenschwester:-/*Ïnnen?) des Rettungsdienstes wegen der gesetzlich vorgeschriebenen Verwendung der männlichen und weiblichen Form verspätet eintrafen, fanden sie acht sterbende Forschende und zwölf schwer verletzte, vor Schmerzen schreiende, experimentierende, Genderlinguistik studierende Studierende sowie genau drei Auszubildende:_/*-!Rinnen vor.

Die toten Forschenden wurden in aller Eile beigesetzt. Jetzt forschen sie als Zombies nur noch unterirdisch. Die Verletzt:-/*Ïnnen kamen ins Krank:-/*Ïnnenhaus. Die überlebenden Studierenden wurden nach Abschluss aller Experimente zu Absolvierenden. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann absolvieren sie noch heute. Mehrere von ihnen absolvierten glücklich bis an ihr seliges Ende.

Bei der kriminaltechnischen Untersuchung wurde im fast völlig zerstörten Freilandlabor Werkzeug, Schreibzeug, Waschzeug, ein Feuerzeug, ein ausgebranntes Fahrzeug und sogar ein Spielzeugflugzeug gefunden. Auch all das andere Zeug, das gefunden wurde, musste katalogisiert und zu den Asservaten gelegt werden. D. Kommissar*Ïn brüllte die Kriminaltechniker:_/*-Ïnnen an: „Das ist nicht die Antwort auf meine Frage, ob es Zeug:_/*-Ïnnen gibt.“

Die Ursache der Supernova war schnell klar: Ein experimentierender Studierender hatte bemerkt, dass bei ihm eine Schraube locker ist. Er konnte sie aber nicht wieder festziehen, weil in der Werkzeugkiste kein einziger Schraubenzieher aber stattdessen ein ganzer Satz Schraubendreher:/*-Ïnnen vorhanden war. Außerdem war er noch mit dem Obstsalat aus Pferdeäpfeln, einer Abrissbirne und Glühbirnen beschäftigt. Die bahnbrechenden wissenschaftlichen Erkenntnisse der Gendertechniker:-/*Ïnnen konnten aber gerettet werden:

Es wurde festgestellt, dass es Wörter gibt, die man ganz ohne Stottern, Sterne, Klammern, Gaps (Lück:-_/*Ïnnen) und sonstige Verzierungen direkt für alle Geschlechter verwenden kann, obwohl auch sie nicht frei von diskriminierenden Gendermarkierungen sind. So sollen zum Beispiel die Menschenrechte angeblich auch für Frauen und diverse andere Geschlechter gelten.

Es gibt sogar Gästelisten, auf denen Frauen aufgeführt sind. Die Dudenredaktion hat aber schon mal prophylaktisch die „Gästin“ erfunden. Dafür hatten sich die Redakteur:-*/Ïnnen konspirativ im Innenhof eines Gäst:-/*Ïnnenhofs zu einem Gäst:-/*Ïnnenmahl getroffen. Die Gäst:-/*Ïnnenwirtin fand das gar nicht lustig: Sie muss jetzt also künftig sowohl Gästelisten als auch Gästinnenlisten und sogar Gäste- und Gästinnenlisten führen. Oder einfach Gäst:-_/*Ïnnenlisten. Damit wird der ehemals neutrale Gast zum definitiv männlichen Gäst als Gegenstück zur weiblichen Gästin.
Die Eintragung ins Gäst:-_/*Ïnnenbuch verweigerte die Wirtin mit dem Hinweis, dass sie nur ein Gästebuch habe und das auch so bleibe.

Bei einigen Verbrechen wurden sogar Männer als Geiseln genommen. Das kann aber auch daran liegen, dass die Geiselnehmer:-/*Ïnnen nicht wussten, dass „die Geisel“ bisher nur in der weiblichen Form existiert, demzufolge Männer bestenfalls mitgemeint sein können und deshalb auch nur bestenfalls mitgenommen werden dürfen. Schließlich dürfen Männer im öffentlichen Personenverkehr auch nur bestenfalls mitgenommen werden. Die Erfindung von „der Geiseler, die Geiselerin, die Geiseler:-/*Ïnnen“ wird gerade vorbereitet. „Die Person“ muss aber unbedingt in der weiblichen Form erhalten bleiben. Die wird noch gebraucht: für die männlichen Personen. Aus dem ehemals neutralen, nun aber spezifisch männlichen Lehrer wird dann „die Lehrperson“.

Erheblicher Forschungsbedarf besteht aber noch bei Abgeordneten und Vorstandsvorsitzenden: Einerseits haben diese Wörter (fast) gar keine Gendermarkierung, andererseits werden die Frauen nach wie vor von den Männern mit Gewalt daran gehindert, Abgeordnete und Vorsitzende zu werden. Deshalb muss hier unverzüglich mit Quoten Parität geschaffen werden. Es ist noch völlig unklar, warum die in diesen Fällen bereits ziemlich gerechte Sprache noch keine Realitäten geschaffen hat. Schließlich haben sehr wissenschaftliche Studien bewiesen, dass Sprache Realitäten erschaffen kann (z.B. wenn frau „Simsalab*innen“ oder „Abrar*inkadabrar*innen“ sagt) und dass es ein generisches Maskulinum gar nicht gibt.

Auch muss eine klare Trennung zwischen Substantiven, die Menschen bezeichnen und solchen, die Gegenstände bezeichnen, eingeführt werden. Wie das geschehen kann, ist aber noch zu erforschen: Schlager dürfen natürlich nicht zu Schlagenden werden, Schläger aber schon. Oder gleich zu generisch femininen Schlägerinnen, z.B. Schaumschlägerinnen (ausgenommen natürlich die Tennis- und die Golfschläger). Protestanten und Protestierende müssen aber auf andere Weise unterschieden werden. Krieger und Kriegende auch. Die kriegen sonst Probleme. Z.B. mit denen, die Kinder kriegen.

Wer Genderlinguistik studieren will, der muss das wissen, sonst darf er sich nicht bewerben. Niemand muss sich für seine Wahl rechtfertigen, wenn er sich für Genderlinguistik entscheidet. Jemand, der Genderlinguistik studiert, der muss auch immer seinen kompletten Satz Gendersterne (auch als Kampfsterne zu verwenden) bei sich haben und darauf achten, dass er nicht versehentlich Maskulina verwendet.

Stellenanzeigen sollten künftig so oder ähnlich formuliert werden: Die Dirigierenden (m/w/d) der Berliner Orchester*innen suchen noch mehrere Holzblasende (m/w/d). Auch Blechblasende (m/w/d) werden noch gesucht. Blech Redende (m/w/d) oder Blech Schreibende (m/w/d) bitte draußen bleiben, das können wir selbst. Streichende (m/w/d) sollten sich nur bewerben, wenn sie keine Landstreichenden (m/w/d), sondern Violinierende (m/w/d), Cellierende (m/w/d) oder Bassierende (m/w/d) sind. Singende (m/w/d) und Tanzende (m/w/d) bitte bei den Oper*innen (m/w/d) oder den Tanztheater*innen (m/w/d) melden.

Um, wie von Angela Merkel gefordert, Parität in allen Lebensbereichen (z.B. in den Naturwissenschaften, Ingenieurwissenschaften, bei Feuerwehr, THW, Bundeswehr, Kampfmittelräumdienst, auf Ölbohrplattformen, in Schlachthöfen, in den Gefängnissen und in der Obdachlosigkeit) zu schaffen, müssen neben der Einführung mehrerer verschiedener Gerechtigkeitsversionen der Sprache auch Paritégesetze bzw. Quoten für jede diskriminierte oder nicht angemessen vertretene Gruppe erlassen werden. Gruppen und Minderheiten, die sich diskriminiert oder nicht angemessen vertreten fühlen, werden ausdrücklich aufgefordert, sich zu melden.

Parlamente und Vorstandsetagen werden dann einfach durch von Infratest Dimap oder Forsa repräsentativ Auserwählt:-/Ïnnen und dann per Gesetz Zwangsverpflichtet:-/Ïnnen besetzt.

Ein weiteres umfangreiches Forschungsfeld ist die Frage, was mit dem als besonders verdeckt diskriminierend erfundenen Wort „das Mitglied/die Mitglieder“ geschehen soll. Erste Freilandversuche fanden mit „der Mitglied“, „die Ohneglied“ und „die Mit- und Ohneglieder“ statt. Da aber „ohne“ als eine weitere verdeckte Form der Diskriminierung erfunden wurde, musste noch einmal nachgegendert werden: „Der Mitglied“ und „die Mitvagina“ war aber auch nicht brauchbar. Da gibt es wieder Probleme, einen gemeinsamen Plural zu erfinden. „Die Mitgenitalien“ schließt Menschen ohne ja einfach aus, diskriminiert sie also. Für Versuche, weitere Geschlechter anzusprechen, gibt es auch noch keine brauchbaren Vorschläge. Möglicherweise müssen wieder neu zu beschaffende Gendersterne eingesetzt werden. Bleiben also nur die Mitglieder:/*-Ïnnen. Oder noch besser: „Mit:/*-Ïrgendwas:_/*-Ïnnen“.

Die Explosionsgefahr muss bei der wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Bedeutung der Umwandlung der menschlichen in die gerechte Sprache in Kauf genommen werden.

Erste Vorschläge zur Umbenennung der Sprache gibt es auch schon: „Genderdeutsch“ (auch „Geutsch“ und „Dender“ wird geprüft). Der Deutschunterricht wird dann zu „Sprachbürger:_-/*Ïnnenkunde“.

Geutschlehrer:-/*Ïnnen, Journalist:-/*Ïnnen (oder Journalierende) sowie andere Multiplikator:-/*Ïnnen (oder Multiplizierende) müssen künftig auch ein Zertifikat in Genderlinguistik erwerben. Insbesondere „Dender für Ausländer:-/*Ïnnen“ darf nur noch von speziell ausgebildeten Genderlinguist:-/*Ïnnen unterrichtet werden. Oft wird statt „Geutschlehrer:-/*Ïnnen“ auch das kürzere Wort Lehrkräfte verwendet. Die Physik aber sagt dazu: Schwerkräfte wirken immer nach innen, Fliehkräfte immer nach außen, beide können mithilfe der Newtonschen Gesetze berechnet werden. Lehrkräfte hingegen wirken oft gestresst und sind dann unberechenbar.

Die Erkenntnis, dass Führungspositionen und sogar die Facility-Manager (Hausmeister:/-*Ïnnen) nur deshalb von Männern dominiert werden, weil das Wort „Manager“ (vorne Man- und hinten -er) überhaupt nur männliche Bewerber:/-*Ïnnen zulässt, konnte ebenfalls noch nicht hinreichend mit sehr wissenschaftlichen Studien belegt werden.

Die Universität Zürich aber meint: „Bei jedem einzelnen Text muss abgewogen werden, welche sprachlichen Mittel sich zur geschlechtergerechten Formulierung eines Sachverhaltes am besten eignen.“1

Wenn die abwägenden forschenden Forschenden und die abwägenden experimentierenden Genderlinguistik studierenden Studierenden mit dem Abwägen beschäftigt sind, müssen Fragen der Verständlichkeit und Lernbarkeit gegebenenfalls in den Hintergrund treten.

Die Zentralstelle für Prävention beim Landeskriminalamt Berlin meint: „Wer diskriminierungssensibel sprechen und schreiben möchte, sollte – besonders im Umgang mit vorurteilsbehafteten Themen – eine Sprache wählen, die nicht von der Mehrheitsbevölkerung vorgegeben wird, sondern von den Betroffenen selbst. […] Fragen Sie im Zweifel nach, nutzen Sie Selbstbezeichnungen Betroffener, reflektieren Sie Ihren eigenen Sprachgebrauch und weisen Sie andere auf diskriminierende Sprache hin!“2

Polizisten könnten Menschen ja sonst einfach auf Deutsch ansprechen? Da kann also die AKP Deutschland demnächst fordern, dass Menschen mit türkischem Migrationshintergrund gefälligst auf Türkisch anzusprechen sind? (eine Sprache … die von den Betroffenen selbst vorgegeben wird?) Zum Glück gilt das ja nur für diejenigen, die „diskriminierungssensibel“ sprechen und schreiben möchten. Alle anderen diskriminieren einfach weiter?

Frau Herrmann, die Co-Vorstandsvorsitzende des Vereins AWM e.V. (AlteWeiseMänner, ca. 13 aktive Mitglieder) dazu: „Im Namen aller Betroffenen fordere ich, dass wir künftig mit einer der folgenden Selbstbezeichnungen angesprochen werden: KuK (Kaiser und König), PuP (Patron und Patrone), HuM (Herr und Meister), Gebieter, ehrwürdiger Vater, mein Gott, Oh Gott, Achgottchen, Eure Herrlichkeit, Genosse General, mein Führer, ey Alter. Andernfalls fühlen wir uns in unseren Gefühlen verletzt!!!“

Bei der Innenminister:/-*Ïnnenkonferenz, an der auch einige Bürger:/*-Ïnnenmeister:/-Ïnnenkandiat:/*-Ïnnen teilnahmen, wurde daraufhin eine erhebliche Aufstockung der Forschungsmittel für die Genderlinguistik u.a. auch für die Beschaffung nagelneuer Gendersterne und mindestens zwölf neue Professuren beschlossen.

Losungen für die demonstrierenden Demonstrant:_/*-Ïnnen am 8. März:

  1. Niemand hat die Absicht, eine Gendersprache zu errichten!
  2. Vorwärts immer, rückwärts nimmer! (E.H.)
  3. So wie wir heute gendern, werden wir morgen multiplizieren!
  4. Den Femismus in sein Lauf halten weder Öchsin noch Eselin auf!
  5. Der Feminismus ist allmächtig, weil er wahr ist!
  6. Die Gendersprache wird auch in 50 und in 100 Jahren noch (be-)stehen, wenn die Voraussetzungen für die Errichtung der Gendersprache nicht beseitigt sind.
  7. Die Erhöhung der Rolle der Bedeutung der Umwandlung der menschlichen in die Gendersprache kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden.