„Sobald du eine Gruppe von Ideen als immun gegen
(Salman Rushdie)
Kritik, Satire, Spott oder Verachtung erklärst,
wird die Freiheit des Denkens unmöglich.“
Bericht aus der Zukunft
von Ursus Maria Josef von Draußen
2 Minuten Lesezeit.
Zu Beginn des 21. Jahrhunderts wurde der Begriff „Nonbinär“ als Gegenkonzept zu „binär“ erfunden. Und zwar für recht unterschiedliche Menschengruppen. Es gibt also genau zwei Sorten von Menschen: binäre und nicht binäre?
Dass es Menschen gibt, die sich als Nonbinär verstehen, wurde sogar schon in weiten Kreisen akzeptiert. Es handelt sich um Personen, die sich weder dem männlichen noch dem weiblichen Geschlecht oder beiden oder sogar nicht näher definierten weiteren Geschlechtern zugehörig fühlen und Normen ablehnen. Menschen, die sich selbst außerhalb der binären, „heteronormativen“ Welt der Säugetiere verorten? Also Außerirdische? Probleme bei der Zuweisung geschlechtsbezogener Unterbringung (z.B. Gefängnisse) bestehen aber bis heute.
Nun ist es an der Zeit, auch solche Menschen zu akzeptieren, die sich als „nonhuman“ identifizieren. Schließlich ist die „individuelle Geschlechtszugehörigkeit“ auch nichts anderes als die individuelle Artzugehörigkeit. Nonhuman Menschen haben es aber besonders schwer, anerkannt zu werden, weil sie in der Regel nicht eine bestimmte Tier- oder Pflanzenart benennen können, der sie sich zugehörig fühlen.
Obwohl natürlich auch viele nonbinäre Menschen kein Geschlecht benennen können, dem sie sich zugehörig fühlen. Hier besteht aber wenigstens die Möglichkeit, „kein Geschlecht“ zu wählen. Allerdings würde das wohl heißen, dass sie ein Neutrum, also geschlechtslos sind. Der Eintrag „divers“ deutet aber eigentlich auf ein nicht näher definiertes – also nicht existierendes – Geschlecht hin. Oder gar auf mehrere Geschlechter. Hier ein paar Vorschläge für diese immer noch namenlosen Geschlechter: Wann, Meib, Weinn, Mab, Wenn, Maib oder Mau und Frann. Pronomen und Artikel dazu haben die Betroffenen bereits selbst erfunden.
Bei den nonhuman Menschen gibt es auch – ähnlich wie bei den Nonbinären – verschiedene Varianten: Cat(wo)men (m/w/d), Zimtzicken (m/w/d), Mauerblümchen (m/w/d), Spider(wo)men (m/w/d) (auch als Spinner (m/w/d) bekannt), Werwölfe (m/w/d), Partylöwen (m/w/d), Lackaffen (m/w/d), Immobilienhaie (m/w/d), Schweinehunde (m/w/d), Höllenhunde (m/w/d), Schmusekätzchen (m/w/d) sind nur einige Beispiele. Eine ganz besondere Kategorie sind die Arschlöcher (m/w/d) . Aber bei den Meisten ist keine spezielle Art auszumachen, der sie sich zugehörig fühlen. Da wäre – insbesondere bei weitgehend menschlichem oder menschenähnlichem Verhalten – vielleicht „Haustier“ oder „Kuscheltier“ bzw. „Zimmerpflanze“ oder „Zierpflanze“ eine geeignete Lösung.
Ein weiterer Sonderfall sind z.B. die Arschgeigen (m/w/d), die Pfeifen (m/w/d) und die Trantüten (m/w/d). Hier fühlen sich Menschen sogar als Gegenstand. Die Einzigen, bei denen es in dieser Hinsicht keine Probleme gibt, sind die Rolling Stones.
Ein Mensch, der sich als nonhuman verstand, wurde neulich zu einer Freiheitsstrafe verurteilt. Er forderte, die Strafe nicht in einem Gefängnis für Männer oder Frauen, sondern im Tierheim oder im Zoo absitzen zu dürfen. Ein anderer – minderjähriger – Mensch verweigerte den Schulbesuch und wollte stattdessen auf eine Baumschule.
Das Autory betrachtet sich übrigens als Elf (m+w+d+x+y*z).