Kritiker müssen nicht unbedingt aus demselben eng definierten Fach sein …
Es können auch durchaus vernünftige Leute sein,
die nicht hauptberuflich im selben wissenschaftlichen Fach,
oder vielleicht gar nicht in der Wissenschaft beruflich beschäftigt sind,
obwohl eine solche Beschäftigung natürlich vorteilhaft ist.

Robert Zydenbos13

Zum Interview 1 mit Damaris Nübling in der FAS vom 7.8.2022:

Gendern und Linguistik

„Wir schütteln nur den Kopf darüber
Die Linguistin Damaris Nübling über den jüngsten Aufruf 2
gegen gendergerechte Sprache und Argumente der Wissenschaft.“

13 Minuten Lesezeit

Zitate aus dem Artikel sind kursiv gesetzt.

„Diejenigen, die den Aufruf unterzeichnet haben, repräsentieren nicht die in Forschung und Lehre aktive germanistische Linguistik.“

Das mag schon sein, nur herrscht in der germanistischen Linguistik offensichtlich Voreingenommenheit und ein subtiler Zwang. Wer ein Buch mit dem Titel „Genderlinguistik“ veröffentlicht oder von „feministischer Linguistik“ spricht, der sollte vorsichtig mit dem Begriff Wissenschaft umgehen. Die „arische Physik“ und die „marxistisch-leninistische Philosophie“ sind Frau Nübling wohl kein Begriff? Wenn sich eine Wissenschaft auf Abwege begibt, sind es oft die nicht mehr Aktiven, die nichts zu verlieren haben, die sich dem entgegenstellen.
Hunderte von sprachwissenschaftlich qualifizierten Unterzeichnern mal eben als inkompetent abzuqualifizieren, zeugt natürlich von einem besonders hohen Maß an wissenschaftlicher Kompetenz? Oder von mangelndem Vertrauen in die eigenen Argumente?

„Wir schütteln nur den Kopf darüber, dass immer wieder dieselben Argumente, die oft keine sind, und Unterstellungen aufgewärmt werden. Die aktive Linguistik interessiert sich kaum für diese Debatten im Feuilleton, sie steht ganz woanders. Große Teile der linguistischen Community äußern sich nicht, weil die öffentliche Diskussion nicht sonderlich anregend ist. Sie tritt seit Jahrzehnten auf der Stelle.“

Welche Argumente sind „keine“? Wo steht die „aktive Linguistik“ denn? Man äußert sich nicht, weil die Argumente der „Genderlinguistik“ schwach bis lächerlich sind. Deshalb werden sie sogar von Nichtfachleuten zerpflückt. Warum äußert sich eigentlich niemand aus der „Genderlinguistik“ zu den Unmengen von Stilblüten, die überall auftauchen („tote Radfahrende“, „Witwerinnen“, Mitglieder geteilt durch Innen“)? Das ganze Kartenhaus steht auf falschen Interpretationen und Behauptungen und wissenschaftlich unhaltbaren „Studien“3.

„Für die Punkte, um die der Aufruf kreist – etwa das Verhältnis zwischen Genus und Geschlecht –, ist die Genderlinguistik zentral. Aus der ist aber niemand vertreten.“

So eine Überraschung. „Genderlinguisten“ sind ja, wie der Name schon sagt, ideologisch vorbelastet. Sie können und wollen ihre Hypothesen gar nicht kritisch hinterfragen, geschweige denn, sie falsifizieren. Und schon gar nicht gegen die Folgen, welche die „Genderlinguistik“ produziert, protestieren. Oder warum sonst hat Frau Nübling nicht unterschrieben? Zeugt dieser Satz nicht zuallererst einmal von mangelndem Sprachverständnis der „Genderlinguistin“? Das nennt man wohl ein Eigentor.

„In früheren Arbeiten hat man sich selbst befragt, das eigene Sprachgefühl absolut gesetzt, und das passiert noch häufig. Man nennt das auch „arm-chair-linguistics“, Linguistik vom Sessel aus.“

Das nennt man „dem Volk aufs Maul schauen“ oder „das Sprachsystem erforschen“. „Genderlinguistik“ ist der Versuch, das Sprachsystem gezielt zu modifizieren. Auch, ihm Eigenschaften zu unterstellen, die es gar nicht haben kann. Nach dem eigenen Sprachgefühl („Die deutsche Sprache ist nach meinem Gefühl sexistisch und diskriminierend, sie schließt Frauen aus, macht sie unsichtbar …“) vom Sessel aus? Denn die Sprachgemeinschaft hat das bis heute nicht gemerkt und ist mehrheitlich auch nicht bereit, sich dieses Gefühl einreden zu lassen. Das war dann wohl das zweite Eigentor.

„Wie geht die empirische Linguistik vor?

Zum Beispiel psycholinguistisch, indem sie experimentell im Labor unter Wahrung hoher Standards überprüft, wie Sprache verarbeitet wird oder was mit Wörtern assoziiert wird.“

Diese Studien sind inzwischen als methodisch grob fehlerhaft und wissenschaftlich haltlos entlarvt worden: „Die Studenten gingen zur Mensa, weil einige der Männer Hunger hatten.“4 Die Frage wurde mit „ … einige der Frauen …“ verglichen. Und die Studentinnen gingen zur Mensa, weil einige der Männer Hunger hatten? So erzeugt man gezielt Irritation. Hohe Standards oder gezielte Manipulation?

„Pseudowissenschaften verwenden oft ‚Experimente‘, bei denen aus dem statistischen Rauschen gezielt Daten entnommen werden, um durch geschickte Auswahl und Manipulation Effekte vorzutäuschen.“9

„In der Korpuslinguistik werden riesige Sprachkorpora wie Zeitungen, Wissenschaftstexte, Belletristik, gesprochene Sprache untersucht.“

Dann schauen wir doch mal in die Korpuslinguistik:

Zur Zeit der Hexenvervolgung gab es (fast) keine „Sünderinnen“?

Das Maskulinum taucht deshalb so viel öfter auf,
weil es vor allem im Plural meistens generisch verwendet wird
und weil Plural und Singular beim Maskulinum oft identisch sind.
Gendersprech findet faktisch nicht statt (< 0,01 %)5.

„Im älteren Indoeuropäischen war das sogenannte Maskulinum ein gemeinsames Genus (Genus commune), welches belebte Wesen beider biologischer Geschlechter bezeichnete. Dieser Zustand ist nicht nur historisch. Er hat sich bis heute noch beim Fragepronomen erhalten, welches nur zwischen „wer“ (belebt) und was (unbelebt) unterscheidet.“(Olav Hackstein)11,13
Das gilt übrigens auch für jemand/etwas und für niemand/nichts.

Sprachhistorisch ist das Maskulinum also das unmarkierte Standardgenus. Und das hat weder etwas mit Diskriminierung, noch mit Sexismus zu tun. Und schon gar nichts hat es mit der Phase der patriarchalisch geprägten Gesellschaften zu tun, als Bäcker nur Männer waren. Wer behauptet, „Grammatik […]konserviert historische Gesellschafts- und Geschlechterordnungen“, der (!) verwechselt (absichtlich?) Korrelation mit Kausalität. Außerdem ist das natürlich auch ein gut getarnter psychologischer Trick: Den Menschen wird suggeriert, die generische Verwendung des Maskulinums wäre irgendwie „altmodisch“, nicht mehr „zeitgemäß“ oder gar „reaktionär“.

„Wir erfahren viel mehr über den realen Gebrauch von Sprache, über Häufigkeiten, Wortverbindungen. Zwar ist es auch wichtig, das Sprachsystem zu erforschen. Doch es formt sich aus dem Sprachgebrauch. Sprache wandelt sich permanent, passt sich den gesellschaftlichen Veränderungen an.“

Was bedeutet das „auch“? Die „Genderlinguistik“ will also nicht nur das Sprachsystem erforschen, sondern vor allem gezielt in das Sprachsystem eingreifen? Die Anpassungen selbst vornehmen? Sprache passt sich (!) gesellschaftlichen Veränderungen meistens einfach dadurch an, dass sich die Bedeutung von Begriffen und Wendungen an die geänderte Realität anpasst. Und das geschieht seit Jahrhunderten ganz ohne gezielte Eingriffe.
Ist das Ganze nicht ein Verschwörungsmythos? Wenn man der Ansicht ist, „Die Sprache“ würde diskriminieren und sexistisch sein und man könne das durch die Gendersprache gezielt „reparieren“, dann geht man auch davon aus, dass das irgendwer bewusst in die Sprache eingebaut haben muss. Wer soll das sein? „Die Männer“? Und keiner hat es bemerkt, bis Luise F. Pusch dieses Märchen erfunden hat.

„Um mit dem ersten Vorwurf zu beginnen, dem, dass Genus und Sexus vermengt würden: Das ist nicht der Fall. Interessanterweise werden nie Arbeiten genannt, die das angeblich tun. Die Genderlinguistik unterscheidet diese Kategorien genauestens und bezieht dabei Gender, das soziale Geschlecht, als wichtige dritte Kategorie mit ein. Genus ist eine grammatische Klassifikation mit den Genera Femininum, Maskulinum, Neutrum. Sexus meint das natürliche Geschlecht und Gender soziale Rollen, Verhaltensweisen, Kleidungsgebote. Gender als soziale Kategorie zeigt sich etwa darin, dass abwertende Bezeichnungen für homosexuelle Männer nicht, wie für männliche Personenbezeichnungen üblich, im Maskulinum stehen, sondern im Femininum, wie „die Schwuchtel“, „die Tunte“.

Bei natürlichem Sprachwandel verschwinden solche Begriffe oder sie werden, wie hier, von den Betroffenen okkupiert, als (ironische) Selbstbezeichnung verwendet und damit ihres abwertenden Charakters beraubt.
Gabriele Diewald hat übrigens in einer Arbeit 6 Genus und Sexus zwar unterschieden, aber auf sehr eigene Art interpretiert: dass bei maskulinen und femininen Personenbezeichnungen Genus und Sexus eben doch identisch sind.
Von den „Progressiven“ aber werden Genus und Sexus konsequent vermengt. Sonst würde nicht ständig von der „männlichen Form“ gesprochen, wenn das grammatische Maskulinum gemeint ist. „Gender“ ist nach der oben zitierten Definition also irgendwas sehr Diffuses, was man eigentlich gar nicht so genau fassen kann.

„Pseudowissenschaftler immunisieren sich häufig gegen Widerlegungen ihrer Thesen, indem sie die von ihnen verwendeten Begriffe nicht eindeutig definieren und sich nicht auf falsifizierbare Vorhersagen festlegen lassen.“9

„Es geht bei der Frage nach dem Verhältnis von Genus und Geschlecht nur um Personenbezeichnungen. Da gibt es sehr interessante Korrelationen oder, anders gesagt, Zusammenhänge, Bahnungen. Genau dieses Geflecht von Genus, Sexus und Gender untersuchen wir in der Genderlinguistik. Niemand setzt sie gleich.“

Deshalb muss dann das gesamte Sprachsystem um- oder sogar neu gebaut werden? Von selbst kümmert sich das Sprachsystem nämlich gar nicht um die Frage, ob es Personen, Tiere oder Gegenstände sind. Viele Substantive, die aus einem Verb gebildet werden, sind in unserer Muttersprache Maskulinum. Es gibt sogar jede Menge Substantive, die je nach Kontext sowohl Gegenstände als auch Personen bezeichnen können. Alle werden nach dem gleichen Schema gebaut: wecken → Wecker, backen → Bäcker. Übrigens auch Lügner. Sogar Tiere (Falter, Traber) und Herkunftsbezeichnungen: Hamburger und Emmentaler. Diese umfassende Regel will man also durch künstliche Konstruktionen auflösen?

„Wenn circa 40 psycholinguistische Studien mit verschiedenen Testdesigns belegen, dass maskuline Personenbezeichnungen einen unterschiedlich stark ausgeprägten „male bias“, also tendenziell eher männliche Vorstellungen erzeugen, …“

Nein, das belegen sie nicht. Das Studiendesign ist genau darauf angelegt (s.o.). Neben der in Wahrheit spezifischen Verwendung des Maskulinums (durch den Zusatz „einige der Männer/Frauen“ – mindestens drei der Studien machen den exakt gleichen methodischen Fehler) wird auch gerne mit dem Singular gearbeitet, der natürlich auch viel seltener generisch gebraucht (und verstanden) wird. Auch Stereotype werden als angeblich generisch missbraucht und der Kontext ausgeblendet. Daraus wird dann die geniale Schlussfolgerung gezogen, dass das Maskulinum gar nicht generisch sondern spezifisch assoziiert wird (tatsächlich aber nur manchmal ein bisschen häufiger). Genau so geschlechtsspezifisch wie die Hunde und die Katzen? Die Gegenprobe mit dem Femininum lässt man aber sicherheitshalber weg.

„Die Verlockung der spektakulären Übereinstimmung: Übereinstimmungen mit der eigenen Theorie werden gefühlsbedingt als bedeutsamer eingestuft. Es wird nicht geprüft, ob auch alternative Erklärungen möglich sind.“9, 10

„Ich frage mich manchmal, warum diejenigen, die angeblich so viel besser wissen, wie man psycholinguistisch arbeitet, nicht selber Studien durchführen und das Gegenteil beweisen.“

Das wäre eigentlich ganz einfach:
1. Man nehme ein generisches Maskulinum im Plural (!), welches nicht durch ein Stereotyp verzerrt ist. (Freunde, Zuschauer, Bürger, Einwohner …)
2. Man baut um dieses Maskulinum einen Satz, der eine allgemein übliche Aktion beschreibt. (z.B. sie warteten, versammelten, trafen sich …)
3. Man legt den Probanden passende Bilder mit jeweils einer Gruppe Männer, Frauen, bunt gemischt, Kinder/Jugendliche, Personen, bei denen das Geschlecht nicht erkennbar ist, Hunde, Katzen, Tische, Stühle … vor.
4. Man fordert die Probanden auf, die Bilder nach „passt zur Aussage/passt nicht“ zu sortieren.
5. Man wiederholt den Versuch mit dem Femininum (Bürgerinnen …) und noch einmal mit der „Doppelform“ (Bürgerinnen und Bürger …).
Muss man so eine Studie durchführen, oder kann sich jeder vernünftige Mensch das Ergebnis an einer Hand abzählen? Das zeigt übrigens auch, dass die „Doppelform“ als Ersatz für das generische Maskulinum meistens ungeeignet ist.

„Selbst bei „der Pfleger“ stellt sich ein leichter „male bias“ ein, obwohl in diesem Beruf viel mehr Frauen arbeiten.“

Das ist ein besonders erhellendes Beispiel, wie „Genderlinguistik“ sich von seriöser Wissenschaft unterscheidet:
Die naheliegende Lösung, dass ein „male bias“ existiert, weil „der Pfleger“ grammatisch maskulin ist, wird ohne weitere Prüfung übernommen. Sie passt ja so schön in die vorgefasste Hypothese. Natürlich wird auch der Singular bemüht, um einen falschen Eindruck zu erwecken. Wird hier nicht schon wieder Genus und Sexus vermengt? Seriöse Wissenschaft aber würde Fragen stellen:
– Ist das auch bei anderen maskulinen Berufsbezeichnungen, die mehrheitlich von Frauen ausgeübt werden so?
– Könnte es andere Gründe für den „male bias“ geben?
– Beispielsweise die Tatsache, dass weibliche Krankenpfleger für die meisten Menschen (aber nicht alle) wohl immer noch „Krankenschwester“ heißen und deshalb „der (und auch die!) Pfleger“ eher männlich assoziiert wird?

“… dass besonders Berufsbezeichnungen wie Arzt, Arbeiter, Richter einen „male bias“ erzeugen, …“

Wie konnte es dann passieren, dass trotz dieses angeblichen „bias“ die Mehrheit der Medizin- und Jurastudenten längst weiblich ist?
Welchen Bias (kognitive Verzerrung) hat das Wort Lehrer bei Grundschülern? Seit wann? Welchen Bias hatte das Wort Bundeskanzler bei Zehnjährigen, im Jahr 2020? Der Bias wandelt sich natürlich ebenfalls.
Da durch Sterne, Doppelpunkte und anderen Zierrat nachhelfen zu wollen, erzeugt einen sogenannten Soziolekt (Übrigens mit einem fest verankerten „female bias“ – durch den exzessiv eingefügten Suffix -in bzw. -innen) und macht das Sprachsystem kaputt. Das muss dann repariert werden.
Das macht die Sprachgemeinschaft aber ganz ohne fein gesponnene Leitfäden oder „maskulinistische“ Linguisten. Einfach wie immer: Indem sie Neues übernimmt oder aussondert.

Genderlinguisten versuchen, einen gerade stattfindenden Sprachwandel (nämlich den Bedeutungswandel von eher männlich assoziierten Berufsbezeichnungen zu generisch verstandenen) aufzuhalten bzw. wieder umzukehren. Sie versuchen sogar, die allgemein verbreitete generische Lesart des Maskulinums „auszurotten“. Beispielsweise durch so etwas:

„Landesabstimmungsleiterin oder Landesabstimmungsleiter sind [BS: „ist“?] die Landeswahlleiterin oder der Landeswahlleiter. Stellvertreterin oder Stellvertreter der Landeswahlleiterin oder des Landeswahlleiters sind [BS: „ist“?] die Stellvertreterin oder der Stellvertreter der Landeswahlleiterin oder des Landeswahlleiters. Die Landesabstimmungsleiterin oder der Landesabstimmungsleiter führt die Geschäfte des Landesabstimmungsausschusses.“
(§ 32 (2) des Gesetzes über das Verfahren bei Volksinitiative, Volksbegehren und Volksentscheid des Landes Brandenburg) So geht das über 27 Seiten!

„Ein weiteres Beispiel ist die grammatische Tatsache, dass Frauen in gemischten Gruppen sprachlich verschwinden: 99 Sängerinnen und ein Sänger werden zu 100 Sängern.“

Nein, die Geschlechter verschwinden. Die sind nämlich meistens irrelevant. Vier Kater und eine Katze sind fünf Katzen (nanu, falsch herum diskriminiert?). Das ist eines der Märchen7 (erfundenvon Luise Pusch) die immer nachgeplappert, aber davon nicht wahrer werden (“… immer wieder dieselben Argumente, die oft keine sind …“? – Eigentor Nummer drei!). Der neutrale Plural wird aus der Grundform gebildet, die kürzer und im Singular und Plural oft identisch ist. Wann sind Sänger und Tänzer eigentlich „Singende und Tanzende“?

„Man sollte auch das generische Maskulinum tolerieren, wenn manche das für richtig halten.“

Oh wie nett. Danke!!! Wie großzügig! „Manche“, das sind je nach Umfrage 70-90 % der Deutschen. Ausgerechnet für dieses Volk gibt es keine „männliche“ und „weibliche“ Form? Außer natürlich – wie bei allen substantivierten Adjektiven – beim unbestimmten Artikel (ein Deutscher/ eine Deutsche) Aber die Deutsch*innen muss man sicher auch noch erfinden oder?

Niemand schreibt ihnen etwas vor, …“ Höchstens mal der Arbeitgeber, der abmahnt und kündigt, wenn man sich weigert.12

Dieser „Niemand“ wird von Genderbefürwortern übrigens immer häufiger ins Feld geführt. Es handelt sich dabei um Gleichstellungsbeauftragt innen und außen, Redakteur außen und innen, Vorgesetzt innen und außen und natürlich um allerhand Aktivierende Multiplizierende und Politisierende. Was sind denn Hunderte von Genderleitfäden an den Universitäten, Behörden und im ÖRR anderes als Vorschriften, die als Empfehlungen getarnt sind? Oder das hier:

„Die Dienststellen haben beim Erlass von Rechtsvorschriften, bei der Gestaltung von Vordrucken, in amtlichen Schreiben, in der Öffentlichkeitsarbeit, im Marketing und bei der Stellenausschreibung dem Grundsatz der Gleichberechtigung von Frauen und Männern dadurch Rechnung zu tragen, dass geschlechtsneutrale Bezeichnungen gewählt werden, hilfsweise die weibliche und die männliche Form verwendet wird.“ (§ 28 LGG Saarland)

Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten … höchstens ein paar „Diskursbrandmauern“8? Zitat: „Wir warnen vor der Aushöhlung der Demokratie durch die Verstärkung rechter Diskursstrategien. Auch Diskursbrandmauern sind zu verteidigen.“ (Hervorhebung auch im Original) Das heißt also, wenn (oder weil?) wir keine Argumente haben, bauen wir „Diskursbrandmauern“.