Die Rente ist sicher?
B.S. 28.3.2026
3 Minuten Lesezeit
Danke! Die Regierung fördert endlich wieder die Not leidende Banken- und Versicherungsbranche. Was zu erwarten war. Natürlich kommt von denen trotzdem Zeter und Mordio, weil es nicht mehr ganz so lukrativ ist, wie bei ihren eigenen „Produkten“. Ein „Produkt“ ist ein Gebilde, bei dem du der Bank oder der Versicherung dein Geld gibst. Die macht damit dann (meistens) Gewinne. Wenn du Glück hast, bekommst du davon etwas ab. Allerdings nicht, ohne dafür auch noch Gebühren zu zahlen, natürlich auch, wenn sie Verluste macht.
Und die SPD hat wieder mal nichts gemerkt. Die Riesterrente (die eigentlich auch so ein „Produkt“ war) ist tot und jetzt kommt also die MerzKlingbeil-Rente. Die sogenannte staatliche Standardversion soll wenigstens die eingezahlten Beträge zu 100% garantieren. Alle anderen fahren auf Risiko?
Den Crash der Zahnärztepensionskasse (das trifft übrigens noch ein paar andere Freiberuflergruppen, die sich dieser Kasse angeschlossen haben) hat man „SICHERHEITshalber“ lieber nicht zur Kenntnis genommen? Wie es ähnlich in den USA passiert, wohl auch nicht.
Aus einer staatlich geförderten Altersvorsorge ist also wieder eine staatlich geförderte Spielwiese für Zocker geworden, die mit deinem Geld und auch noch mit Steuergeld zocken dürfen. Nur eben nicht mehr ganz so unverschämt, wie beim Riestern. Die sich dafür von diesem Geld auch noch fürstlich entlohnen lassen wollen? Natürlich völlig unabhängig von Gewinnen oder Verlusten. Oder noch besser: bei Gewinnen: Boni, bei Verlusten: Macht nichts, weitermachen! Wem fällt denn da das Stichwort „Leistungsträger“ ein?
Dass es Modelle gibt, die das Risiko auffangen, hat man lieber nicht sehen wollen1. Dabei wäre es ganz einfach: Die Einlagensicherung der Banken zeigt, dass es geht. Man müsste die Zocker eben nur ein wenig an die Leine legen. Z.B. dadurch, dass alle Pensionskassen gemeinsam sicherstellen müssen, dass:
1. beim Crash einer Kasse laufende Verträge durch eine andere Kasse mit der Höhe der bereits eingezahlten Beiträge weitergeführt werden müssen.
2. In diesem Fall erworbene Ansprüche (z.B. laufende Rentenzahlungen) ebenfalls wie erworben weitergeführt werden müssen.
Und zu guter Letzt: Gedeckelte Kosten, strenge Anlageregeln und tatsächlich durchgeführte staatliche Aufsicht sollten eigentlich selbstverständlich sein. Dann brauchte man auch keine „Standardversion“ für die Armen und die Risikoscheuen. Ja, das geht tatsächlich 2,3. Aber das wäre natürlich „Kommunismus“! (wie z.B. in der kommunistischen Eidgenossenschaft?)2
Nein, das würde echten Wettbewerb zugunsten der Kunden erzeugen. Wer mehr Risiko eingehen und eine höhere Rendite erwirtschaften möchte, kann das dann gerne (zusätzlich) bei den Zockern direkt bestellen – oder selbst zocken.
Bei der Krankenversicherung geht es in eine ähnliche Richtung: Nur nicht an die Privaten Versicherungen und die hohen Einkommen herangehen. Es gäbe neben Kostensenkungen auch Optionen, die das Problem vielleicht sogar dauerhaft lösen würden:
1. Alle (!) zahlen in eine Grundversicherung, die Privaten sind nur noch für Zusatzversicherungen zuständig (können aber auch von den Gesetzlichen angeboten werden).
2. Eine deutlich höhere Beitragsbemessungsgrenze (oder sogar gar keine?).
3. Eine stufenweise freiwillige (!) Selbstbeteiligung, ab der die Kasse erst zahlt.
4. Alle Einkünfte werden einbezogen.
Ja, das kann man nicht ganz schnell einführen, aber auf den Weg machen könnte man sich schon. Nein, das ist nicht die Lösung aller Probleme. Kritik und Ergänzungsvorschläge sind willkommen.
1. https://www.bundesfinanzministerium.de/
Content/DE/Standardartikel/Themen/Steuern/
Internationales_Steuerrecht/Staatenbezogene_Informationen/Laender_A_Z/
Schweiz/2016-07-27-Schweiz-vorsorgeeinrichtungen-nach-der-zweiten-saeule-
der-schweizerischen-altersvorsorge.pdf?__blob=publicationFile&v=1
2. https://www.ch.ch/de/pensionierung/altersvorsorge/
2-saule–pensionskasse-/#weitere-informationen-und-kontakte
3. https://sfbvg.ch/