Risiken und Nebenwirkungen
Und nie habe ich das Verlangen gehabt, der edlen Sprache zu schaden,
(Mark Twain)
im Gegenteil, nur gewünscht, sie zu verbessern;
ich wollte sie bloß reformieren.
Im Folgenden finden Sie meine Stilblütensammlung, die veranschaulicht, was so alles passiert, wenn man versucht, die Sprache aus ideologischen Gründen zu modifizieren. Der Rat für deutsche Rechtschreibung nennt das höflich „grammatische Folgeprobleme, die noch nicht geklärt sind“. Nein, das sind keine Fehler, die vorkommen können. Diese Fehler können nur wegen der Genderei entstehen. Einige zeigen auch die sprachliche Qualifikation von Menschen, die sich anmaßen, uns zu belehren, wie wir gefälligst zu sprechen und zu schreiben haben. Die Liste wird gerne immer mal wieder ergänzt. Wer Stilblüten findet, darf sie gerne melden. Und schon haben wir noch ein „Meldeportal“. Viel Vergnügen!
1. „Da gibt es seit einem Vierteljahrhundert Regelungen und Verordnungen von Bund und Ländern [BS: NIEMAND?]zur geschlechtergerechten Verwendung der deutschen Sprache, erlassen von Parlamenten und Regierungen – und immer wieder aufs Neue erhebt sich ein vermeintlicher Volksprotest gegen diese angeblich [BS: ???] ‚von oben‘ verordnete‚Verunstaltung‘ des Deutschen.“ (Prof. Dr. Damaris Nübling und Prof. Dr. Henning Lobin).
Da gibt es also mindestens zwei Professoren der Linguistik, die ihre Agenda nicht mal als korrekten, in sich widerspruchsfreien deutschen Satz formulieren können. Den Unterschied zwischen Korrelation und Kausalität kennen sie offensichtlich auch nicht. Schon am 7.6.2018 schreiben die Autoren von ihrer Hoffnung, dass der Rat für deutsche Rechtschreibung den Kampfstern ins Regelwerk aufnehmen möge. Hat er aber bis heute nicht. Ganz im Gegenteil. Denn eine nachvollziehbare Begründung („ggf.“, „im Bedarfsfall“ und „in unerlässlichem Umfang“) gibt es – außer natürlich einer manipulierten Grafik des Leibniz-Instituts – nicht. Vielleicht möchten sich ja die Autoren mit dem Stern auch nur ein Denkmal setzen? Der ganze Artikel strotzt vor Unwahrheiten, Verdrehungen und falschen Anschuldigungen. Und natürlich darf die AfD und die methodisch fragwürdige Studie von Gygax et al nicht fehlen.
2. „Unsere Kleegn und Kleegn, Aussublilln und Aussublilln …“ (Nach Gehör transkribiert)
Eine Gewerkschaftsfunktionärin in einem Radiointerview, die offensichtlich nicht wusste, dass man an die auszubildenden Lehrlinge gar keine „:/-*_Rinnen“ anschrauben kann.
3. „… viele Mitgliederinnen…“ (rbb Spezial)
So, wie die vielen Regenrinnen?
4. „Mitglieder:innen“ (Tagesspiegel)
„… einer Menge stilistischer und ästhetischer Entgleisungen …“
5. „… die Beamtinnen …“ (ZEIT Online – und viele viele andere)
Im Gegensatz zu den Angestelltinnen? Oder den Arbeitslosinnen, den Berechtigtinnen, den Krankinnen und Gesundinnen, den Abgeordnetinnen?
6. „Beamt:innen“ (Tagesspiegel)
Das ist dann die ultimative Verballhornung der weiblichen Beamten.
7. „Insgesamt wurden an diesem Tag über 20 Beamtinnen und Beamten verletzt, …“ (rbb24)
Für die Erstversorgung wurden Angestelltinnen und Angestellten des medizinischen Dienstes eingesetzt? Oder waren es Beschäftigtinnen und Beschäftigten?
8. „… Fahrradfahrer und -innen …“ (Spiegel Online)
Liebe Kinder, was wollt ihr mal werden? „–innen!“
9. „So sehen Medizinerinnen …“ (ZEIT Online)
Vier Frauen, sechs Männer. Die nächsten 1000 Jahre sind die Männer unsichtbar. Ätsch!
10. „… bei dem über 2000 Teilnehmende … mitgemacht hätten.“ (Spiegel Online)
Mitmachende Teilnehmende? Dann gibt es also auch Teilnehmende die gar nicht mitmachen, aber teilnehmen? Was denn nun? Mitmachende Teilnehmende, oder teilnehmende Mitmachende? Nein: Mitnehmende Teilmachende!
11. „… durch Quarantäne ausgefallene Mitarbeitende …“
Also gerade nicht mitarbeitende Mitarbeitende?
12. “… Mitarbeitende im Streik …“ (Tagesschau)
Noch mehr nicht mitarbeitende Mitarbeitende.
13. „… ein Mitarbeitender, eine Mitarbeitende …“ (Abendschau)
Ein Mitarbeiter und eine Mitarbeiterin hatten wegen der Genderei und der Dauerbelastung gekündigt?
14. „… mit der Einhaltung der Hygieneregeln hatten die Schüler innen noch Probleme …“ (Deutschlandfunk)
Draußen auf dem Schulhof klappte das besser?
15. „… rund 30 Viadrina Studierende …“ (rbb)
Wer will denn schon Viadrina studieren?
16. „… Party Studierende …“ (ze.tt)
Und alle wollen Party studieren!
17. „In Berlin haben heute Bauern und Umweltschützer innen demonstriert.“ (Petra Gerster in „heute“)
Sonst hätten sie ja auch nicht in Berlin, sondern außerhalb (JWD = janz weit draußen) demonstriert.
Petra Gerster dazu im Tagesspiegel 18.1.2021: “… im Oktober, haben sich um die 60 Leute beschwert.“ Und mindestens 60 000 haben die Augen verdreht und/oder weggeschaltet?
„Mittlerweile sind die Beschwerden pro Sendung nur noch im einstelligen Bereich, es setzt also eine Gewöhnung ein“ Gewöhnung? Oder wendet man sich einfach ab?
Dann schreibt Petra Gerster ein Buch mit dem Titel: „Vermintes Gelände – Wie der Krieg um Wörter unsere Gesellschaft verändert: Die Folgen der Identitätspolitik“ (Heyne) und meint am 15.11.2021 bei spot on: „Mit so viel Wut und Empörung hatte ich nicht gerechnet.“ Bei ca. 60 Beschwerden?
„… meistens ältere Herren, die mit dem generischen Maskulinum im Grunde ihre Vormachtstellung erhalten wollen. Da geht es ganz klar um Ideologie, um die Privilegien des ‚alten weißen Mannes‘“ Genderideologie? Privilegien von alten weißen Frauen, die ihren privilegierten Zugang zur Öffentlichkeit ausnutzen? Welche Vormachtstellung und welche Privilegien haben denn „ältere Herren“ genau?
„Ich glaube, da fürchtet eine ganze Generation, mit der männlich geprägten Sprache auch die Deutungshoheit zu verlieren.“ Ja, Glauben ist manchmal ein Bollwerk gegen besseres Wissen.Ist das nicht schon wieder ein „haltet den Dieb“?
18. „Bäuer*Innen“ (auf einem Transparent dieser Demonstration)
Liebe Bäuer und Innen, habt ihr schon Bäuerchen gemacht oder ist es noch innen drin? Waren da nicht auch Bauern?
19. „Fischende, Tierschützende und Meeresforschende …“ (arte)
© Die artenden Journalierenden
20. „Polar- und Meeresforschende haben in der arktischen Tiefsee eine einzigartige Entdeckung gemacht.“ (Tagesspiegel)
Und Journalierende beim Tagesspiegel haben diese einzigartige Entdeckung gemacht.
21. „… in diesem Jahr gab es bereits 14 tote Radfahrende.“ (Anzeigetafel in Berlin)
Zombies mit Fahrrad?
22. „Bund der Steuer Innen Zahler“ (Annalena Baerbock)
Einfach genial!
23. „Bundeskanzler Innenamt“ (Annalena Baerbock)
Wie viele Bundeskanzlerinnen und Bundeskanzler möchte Frau Baerbock denn im Bundeskanzleramt innen installieren? Deshalb landete sie im Außenamt.
24. „Bei Pronomen schleicht sich oft die männliche Form ein, doch auch hierfür gibt es kleine, unkomplizierte Lösungen:
jeder, jede =>alle, jemand;
keiner => niemand“
(Leitfaden für gendersensible Sprache bei der Hansestadt Lübeck)
Ungefähr so: Jemand, der in der Hansestadt Lübeck Leitfäden spinnt, der muss nicht deutsch können, aber er muss ein großes Sendungs- oder Genderbewusstsein haben und seinen festen Genderstandpunkt offensiv vertreten. Hier in Lübeck ist zwar niemand, der sich mit der deutschen Sprache auskennt, aber Leitfäden spinnt er trotzdem. „Jeder kann Millionär werden, aber nicht alle“ (Volker Pispers). Ja, das alles ist neutral, aber eben auch Maskulinum.
25. „Institutionen mit einem weiblichen Artikel (z.B. die Hansestadt Lübeck) sind grammatikalisch korrekt zu bezeichnen (z.B. als die Arbeitgeberin Hansestadt Lübeck).“ (ebenda)
Dumm nur, dass das eben gar nicht grammatisch, nicht mal grammatikalisch korrekt ist. Außerdem bezieht sich der Artikel auf „die (Hanse-)Stadt“ (die genau solche Genitalien hat, wie die Straße, die Brücke, oder die Leitfädenspinnerei) und nicht auf den Ortsnamen Lübeck (der aber erst recht geschlechtslos ist). Das Arbeitgeber Deppendorf? Der Arbeitgeber Nürnberg? Die Arbeitgeberin Hamburg? Oder gar die Hermannstadt (Sibiu, Nagyszeben)? Die Polizei, deine Freundin und Helferin? Die Feuerwehr, die Löscherin des Feuers, die Tankstelle als Treibstofflieferantin …
26. Solche „Empfehlungen“ führen dann zu: „… wichtigste Fürsprecherin: die Vereinigten Staaten.“ (nano)
Da wird sogar der Plural von „der Staat“ ganz weiblich. Die Männer ist immer die Schuldigin.
27. „Aber die Länder sind die Gesetzgeberinnen … “ (ein ARD-Vorsitzender)
Noch ein paar „grammatische Folgeprobleme“ gefällig? DAS Land, DIE Länder …
28. „Vereine und ihre Vorstände sind jedoch genauso wie Einzelpersonen Träger*innen von Grundrechten.“ (Ein Flyer des Aktionsbündnis Brandenburg gegen Gewalt, Rechtsextremismus und Rassismus) Straßen und Brücken auch? Die sind wenigstens Femininum, nicht wie DER Verein und DER Vorstand.
29. „Fleischhygienerecht in der Schweiz
Der Kantonstierarzt beziehungsweise die Kantonstierärztin oder der beziehungsweise die an seiner beziehungsweise ihrer Stelle eingesetzte Tierarzt beziehungsweise Tierärztin leitet in fachlicher Hinsicht die Tätigkeit der Fleischinspektoren beziehungsweise Fleischinspektorinnen und Fleischkontrolleure beziehungsweise Fleischkontrolleurinnen.
Der Kantonstierarzt beziehungsweise die Kantonstierärztin und der leitende Tierarzt beziehungsweise die leitende Tierärztin können auch die Funktion eines Fleischinspektors beziehungsweise einer Fleischinspektorin ausüben, der Kantonstierarzt beziehungsweise die Kantonstierärztin, der leitende Tierarzt beziehungsweise die leitende Tierärztin und der Fleischinspektor beziehungsweise die Fleischinspektorin …“
Wenn die endlich herausgefunden haben, wer was inspizieren soll, ist das Fleisch längst vergammelt.
30. „OÖ Feuerwehrgesetz
§9 (3) Die Pflichtbereichskommandantin bzw. der Pflichtbereichskommandant ist hinsichtlich der Schlagkraft aller Feuerwehren des Pflichtbereichs ein der (den) Bürgermeisterin(nen) bzw. dem (den) Bürgermeister(n) der Pflichtbereichsgemeinde(n) unterstelltes Organ der Gemeinde. […]
§ 14 (3) Die Pflichtbereichskommandantin bzw. der Pflichtbereichskommandant kann im Einzelfall die Einsatzleitung einer dazu bereiten Kommandantin bzw. einem dazu bereiten Kommandanten eingesetzter Feuerwehrkräfte, der Abschnitts- oder Bezirks-Feuerwehrkommandantin bzw. dem Abschnitts- oder Bezirks-Feuerwehrkommandanten, der Landes-Feuerwehrinspektorin bzw. dem Landes-Feuerwehrinspektor oder der Landes-Feuerwehrkommandantin bzw. dem Landes-Feuerwehrkommandanten oder deren bzw. dessen Stellvertreterin bzw. Stellvertreter übertragen, sofern es aus einsatztechnischen oder einsatztaktischen Gründen nötig ist. Die Übertragung der Einsatzleitung bei Ereignissen von örtlicher Bedeutung ist der Bürgermeisterin bzw. dem Bürgermeister des Einsatzorts unverzüglich mitzuteilen.“
Und wenn dann das ganze Dorf abgebrannt ist, weiß man endlich, wer oder was den Löscheinsatz leiten soll. Bitte hundert Mal laut vorlesen!
31. „Die Bullinnen und Bullen“ (taz)
So, wie die Hengstinnen und Hengste?
32. „Der Soziologe hat 13 gelernte Fleischer – seine Interviewpartner waren ausschließlich männlich –, die in sechs verschiedenen Schlachthöfen unterschiedlicher Größe im Bereich des Eintriebs, der Tötung und Betäubung arbeiten, interviewt. ‚Ich untersuche, welche kulturellen Anforderungen ein Schlachthof an das Fühlen der Mitarbeiter*innen stellt.‘ …“ (ze.tt)
Warum gibt es denn da gar keine *innen? Wie wäre es mit einer Quote?
33. „… weibliche Künstler innen…“(rbb)
Und männliche Künstler außen!
34. „Für das Gruppenfoto versammelten sich die Außenminister innen außen auf der Freitreppe.“ Wer??? Wo???
35. „Ärzt*innen“
Der Ärzt ist zu seiner Ärztin gegangen, um sich verärzten zu lassen … Wo ist der Arzt?
36. „Heute weiß jeder und jede, der oder die es wissen will, …“ (Spiegel)
… dass einer Studie zufolge Frauen mehr Zeit benötigen?
37. „Derzeit sucht die Gehörlosencommunity nach Gebärden für die Kanzlerkandidat*innen.“ (ze.tt)
Baerbock, Laschet, Scholz: Wie viele *innen? Und warum sind da keine Kanzler*innenkandidat*innen?
38. „Merkel hört auf und Baerbock, Laschet und Scholz wollen an ihre Stelle die Kanzler*innenschaft antreten.“ (ze.tt)
Gleich drei Kanzler*innen innen drinnen im Kanzler*innenamt da kann schon mal die
Grammatik kaputtgehen.
39. „er*sie“ (ze.tt) und es???
40. „Die Armee töte gezielt Kommandeurinnen und Kommandeure der Hamas und des Islamischen Dschihad.“ (Tagesschau)
„Bei jedem einzelnen Text muss abgewogen werden …“ …ob es da überhaupt Kommandeurinnen oder ob es nur eine deutsche Sprache zum Töten gibt.
41. „User:Innen“ und „Follower:Innen“ (LinkedIn(nen?)), „XING Insider·innen“, „Influencerinnen“ (RND) „Ein·e Recruiter·in ist Recruiter …“ (XING)
Was sagen wohl die Englishmen£Innen dazu? Warum nicht Usende und Followende? Influencende und Recruitende?
42. „Die Userinnen und User“ (Spiegel Online) „Hackerinnen und Hacker“ (RND) „Followerinnen und Follower“ (Shift)
Heißt das jetzt Gendenglisch? Wo bleiben die Hackenden? Die Endung -er muss manchen Menschen wirklich Schmerzen verursachen. Oder warum gibt es noch keine Faninnen?
43. „Endlich wieder Zuschauende beim Profisport“ (Tagesspiegel)
Ein paar Zeilen weiter unten mutieren die Zuschauenden dann zu Zuschauer:innen und der 1.FC Union hat Anhänger. Dafür brauchen sie eine Anhänger:innenkupplung.
44. „Das bewegt die Sachsen-Anhalterinnen und Sachsen-Anhalter“ (mdr)
Und was bewegt die Sächsinnen-Anhalterinnen und die Sächsinnen-Anhalter? Die Anhaltiner schauen belustigt zu. (die benötigen mehr und mehr Zeit …)
45. „Unsere Gästinnen und Gäste …“ (ZEIT Online)
Waren darunter auch berühmte Personen und Personeriche oder sogar Koryphäen und Koryphäeriche oder waren es nur ganz gewöhnliche Menschinnen und Menschen? („Generische Substantive ohne Movierung …“)
46. „An alle KollegInnen: Dies ist ein Buch für jedermann – kein Lehrbuch.“ (Mark Benecke, Mordmethoden)
Die Methode, wie man die deutsche Sprache ermordet, wurde leider nicht thematisiert.
47. „Seit einiger Zeit werden impfende Ärztinnen von Corona-Leugnern bedroht. Der Hausarzt Christian Kröner brauchte Polizeischutz und muss sich gegen Morddrohungen wehren.“ (ZEIT Online)
Ein (männlicher) Arzt braucht Polizeischutz, weil (weibliche) Ärztinnen von (männlichen) Corona-Leugnern bedroht werden?
48. „Ärztinnen und Ärzte haben sicherlich wenig Erfahrung mit Patientinnen und Patienten, die gerade vom Blitz getroffen wurden. … Die Ärztinnen und Ärzte haben dann zunächst die verbrannte Haut … . Denn die Ärztinnen und Ärzte in Bolivien meinten, es können nur wache Patientinnen und Patienten ausgeflogen werden. … Ich bin den Ärztinnen und Ärzten natürlich sehr, sehr dankbar …“ (RND)
Immerhin wissen wir jetzt, durch 12 (zwölf!) zusätzliche Wörter in einem einzigen Absatz (gesamt: 134 Wörter, also fast 10 %), dass es auch weibliche Ärzte und Patienten gibt. Das war uns allen bisher völlig unbekannt. Aber männliche Ärztinnen und Patientinnen gibt es (bei einigen Wenigen) inzwischen auch schon. („… benötigen einer Studie zufolge mehr Zeit …“) Bitte hundert Mal laut vorlesen!
49. „Annalena Baerbock im Kanzlerkandidatinnen-Check“ (ZEIT Online)
Einzahl, Mehrzahl, Zufallszahl?
50. „Autor*in: Christian Esser“ (Frontal)
Der, Die, Das? Wer, Wie Was? Wieso weshalb warum? Und jetzt bitte deklinieren … Das erste Neusprech-Wort ohne Genus. „Jedes Substantiv hat ein Geschlecht …“ (Mark Twain) außer natürlich Autor*in. Oder eben jedes beliebige gegenderte Substantiv im Singular. Auch so etwas taucht immer öfter auf: „Autor:in“ (Tagesspiegel); „Fotograf/in“ (FAZ), „Unser*e Autor*in“ (Berliner Zeitung) Und immer handelte es sich um einen einzelnen, namentlich genannten Mann.
51. „Der Bundesgerichtshof hat diese Woche entschieden, dass private Samenspender*innen in queeren Familien denen in Heterofamilien gleichgestellt werden müssen – in dem Sinne, dass der oder die Spender*in ein Umgangsrecht mit dem Kind hat.“ (taz)
Hat der BGH tatsächlich so einen Unfug geschrieben? Oder hat das nur die taz erfunden?
52. „Lesendenaufruf“ (ze.tt)
Liebe ze.ttende, macht euer Herz nicht zur Mordendengrube.
53. „Partnenpartner“, „BürgenunBürger“ (Olaf Scholz nach Gehör)
Wozu braucht ein Kanzler Bürgen? Oder ist er nur zu faul, jedes Mal die Bürgerinnen und die Partnerinnen richtig auszusprechen? Es gäbe da eine ganz einfache Lösung: Es ist besser, nicht zu gendern, als falsch zu gendern. Oder PuP und BuB zu sagen?
54. „Jungwählende“ (RND)
Die werden hoffentlich einmal Altsterbende. Vorher aber noch Falschparkende, Schattenparkende und/oder Warmduschende. Schwarzfahrende werden ja schon wieder in „Personen ohne gültigen Fahrausweis“ umbenannt (… mehr und mehr Zeit …) Hoffentlich werden sie keine schwarz sehenden Hellsehenden.
55. „… als Ersatz für Ihre Gesundheitskarte für den Besuch bei Ihrer Ärzt:in“ (Techniker Krankenkasse)
Aha, hier ist das also Femininum. Was bedeutet dann der Doppelpunkt? Weiblicher Ärzt geteilt durch In? Ihr Arzt ist leider ausgestorben.
56. „Ein Grund ist, dass Wahlhelfende kurzfristig abgesprungen sind.“ (RND)
Springende Helfende, die gar nicht helfen, weil sie abgesprungen sind …
57. „Die Autorinnen und Autoren“ (Tagesspiegel)
Darunter dann zwei Fotos: eins von einem Hendrik und eins von einem Nikolas … Wo sind die Rinnen? Müssten da nicht mindestens vier Bilder sein?
58. „… Instagram-Fotos der Bundestagskandidierenden“ (Tagesspiegel)
Und nach der Wahl sind sie dann die Bundestagskandierten.
59. „… gemeinsam mit Künstlerinnen, Wissenschaftlern und Schauspielenden …“ (Spiegel Online) Femininum, Maskulinum, Partizipinum, Schietegalinum… was ist, wenn die Schauspielenden Schach spielen? Sind sie dann … Außerdem heißt das die schau Spielenden.
60. „… jede:r Lehrende …“ (Tagesspiegel)
Da haben wir nun schon vorgegendert und aus den Lehrern „Lehrende“ gemacht und dann müssen wir noch übergendern. Tja, die Standardform im Singular ist – welche Überraschung – Maskulinum …
61. „… die Staats- und Regierungschef Innen …“ (ARD)
Die Chef? Innen drin? Oder die Chefen? Wo sind die Chefs?
62. „Anwohnende“ (rbb)
Anwohnen ist auch nur eine schlechte Angewohnheit; so wie Gendern. Zum Abgewöhnen. Wohnen Sie mich nicht an!
63. „Erben innen“ (Phönix)
Und Erbinnen außen?
64. „Vormünderin“ (Monitor)
Was ist das? Wie macht man das? Vormündern? So ähnlich wie vorsprechen, vorsingen, vorbeten? Das macht man alles mit dem Mund, sogar vorschlagen. Die Vorschlägerin schlägt Folgendes vor: Vielleicht wäre es eleganter gewesen, einfach ein weibliches Körperteil dem so toxisch männlichen Mund gegenüberzustellen, statt ein neues Verb zu erfinden: Der Vormund und die Vornase? Oder, um der Intention dieser Übung noch besser zu entsprechen: Der Vorpenis und die Vorvagina?
65. „Bundeskanzlerinnenamt“ (Nina Hagen)
Da müssen wir dann wohl anbauen … und den Merz wieder rausschmeißen.
66. „… die*der Politische Geograf*in Sinthujan Varatarajah…“ (Berliner Zeitung)
… ist ein Mann, der sich selbst auch schon mit Sternchen (natürlich nicht in seiner eigenen Muttersprache) gendern kann.
67. „Name d. Minister:in“ (Frankfurter Rundschau)
Wenn man nicht weiß, welcher Artikel zu einem selbst erfundenen Substantiv gehört, schreibt man einfach „d.“ Soll sich d. Leser geteilt durch in doch selbst was ausdenken. Bitte hundert Mal laut vorlesen!
68. „…bald sollen Bewohner innen einziehen.“ (TerraXPress)
Wo denn sonst?
69. „Jüd:Innen“ (Tagesspiegel)
Jüden und Jüdinnen?
70. “… eine Botschaft an das Smartphone eines Gaffenden,…“ (RND)
Man will sich also auch mit dem „Partizipinum“ blamieren. Sogar im Singular, was dann …Überraschung!!! … Maskulinum ist.
71. „…Ausrüstung der Rettenden lösen auf den Smartphones von fotografierenden Gaffenden …“ (RND)
Die Johanniter zu „Johannitenden“ zu machen, haben sich die redaktierenden Netzwerkenden aber doch noch nicht getraut.
72. „Mietende“ (RND)
Die müssen dann im Konflikt mit ihren Vermietenden in den Mietendenverein eintreten? Oder sich an die Verbrauchendenschützenden wenden? Wenn sie Pech haben, ist Mietende.
73. „Doch selbst bei vergleichbarer Tätigkeit und Qualifikation bekommen Frauen pro Stunde sechs Prozent weniger Geld als ihre Kollegen und Kolleginnen …“ (Spiegel Online zum „Gender Pay Gap“)
Alles klar?
74. „Die Unterschiede zwischen beiden Kadidat:innen…“ (ZDF zur Debatte zwischen Macron und LePen)
Ein Kandidat und eine Kandidatin sind jetzt also zwei Kandidat:innen? Schwupps, da haben wir definitiv zwei Frauen. Das ist aber „gerecht“.
75. “…sie ist …wie er CDU Mitgliederin…“ (Deutschlandfunk Kultur)
Wo ist da die Kultur?
76. „Neue Aussichtsplattform wird für Besucherinnen zugänglich
Ab Juli sollen Besucher über einen Jahrhunderte alten Tunnel zu der Aussichtsplattform gelangen.“ (ZEIT Online)
Femininum, Maskulinum Schietegalinum – schon wieder.
77. „Klar, alle fünf Ost-Ministerpräsidentinnen und -präsidenten haben eine Ostbiografie.“ (ZDF, 9.6.2022)
Finde zwei Fehler in einem Satz über fünf Personen. (Tip: Dietmar Woidke, Manuela Schwesig, Michael Kretschmer, Reiner Haseloff, Bodo Ramelow)
78. „Studierenden-Programm“ (Tagesschau)
Das ist Manipulierenden-Sprache.
79. „… studierende geflüchtete Studierende …“ (Inforadio)
Da wird man glatt zum verzweifelnden weghörenden Hörenden.
80. „Ja, sagen zwei Doktorand:innen …“ (Zeit Campus)
Was denn nun?
– zwei Doktoranden (Genitalien egal),
– zwei männliche Doktoranden (was sollen dann die :innen?),
– zwei Doktorandinnen (Was soll dann der Doppelpunkt?),
– Ein Doktorand und eine Doktorandin (also keine Doktorandinnen aber zwei (neutrale) Doktoranden),
– Eine Doktorandin und ein Doppelpunkt?
„…Komplexität … in adäquater Weise … abbilden“?
81. „Astronautinnen und Astronauten … landen auf der Erde … Drei US-Amerikaner und eine Italienerin …“ (ZEIT Online)
Einzahl, Mehrzahl, Zufallszahl …
82. „Witwerinnen“ (ZEIT Online)
Die gehören zu den Hinterbliebeninnen. Elterinnen (Mütterinnen und Väterinnen), Kinderinnen, Brüderinnen und Schwesterinnen auch. Onkelinnen und Tantinnen gegebenenfalls auch. Waren das Hexerinnen?
83. „Bauarbeitende“ (rbb)
Die arbeiten für die Bautragenden. Die sind aber unter der Last zusammengebrochen.
84. „Bei einer Bürgschaft entfaltet ein zugunsten des oder der Gläubiger*in ergangenes Urteil gegen den oder die Hauptschuldner*in keine materielle Wirkung im Verhältnis zwischen der oder der Gläubiger*in und dem oder der Bürg*in.“ (Landesarbeitsgericht Berlin Brandenburg/Die Welt 1. März 2023)
Des Gläubiger? In? Der oder der? Dem oder das? Hurra ein Bürg! Ein Bürg! „…Komplexität … in adäquater Weise … abbilden“? Präzision? Rechtssicherheit?
85. „… den Sportlerin und Sportleren…“ (rbb24)
Und die Spinneren!
86. „Zeug*innen gesucht …“ (Polizei Zürich)
Bei der Zürcher Polizei ist wohl auch so allerhand Zeug innen drin.
87. „Wir setzen uns für eine einfachere Sprache unserer öffentlichen Einrichtungen ein und stehen gleichzeitig für die Errungenschaft einer geschlechtergerechten Sprache, die unsere moderne Gesellschaft abbildet“ (Franziska Giffey)
Eine kompliziertere Sprache ist also gleichzeitig einfacher und eine Errungenschaft?
88. „Hat sie*er persönlichen Kontakt zum*r Anführer*in“ (Edition F)
Bitte hundert Mal laut vorlesen!
89. „Einwohnende“
Wenn die Wohnung eingewohnt ist, müssen Sie aber wieder ausziehen. Das heißt Trockenwohnen. Haben Sie sich schon eingewohnt?
90. „Mental Health im Job: Was Arbeitgeber und Arbeitnehmende tun können“ (RND)
Oder Arbeitgebende und Arbeitnehmer? Was denn nun? Hauptsache, das Denglisch ist korrekt. Geistige Gesundheit der Autoren im Beruf ist optional.
91. „…und keine Freund*in nimmt das Telefon ab.“ (Tagesspiegel)
Oder geht sie nur nicht ran? Die Freund*in? Hat sie keinen Freund*in? Und gleich noch eins aus dem gleichen Artikel:
92. „… die nur den Nachnamen als ihren Künstlerinnennamen …“
Eine Frau die Künstlerinnen ist. Wie viele denn?
93. „Filmmachende“ (ZEIT Online)
So richtige Macher, das können natürlich nur Männer sein? Sind Frauen Machende? Einmachende (dual?) z.B. Oder Mist Machende?
94. „Therapeut:in Gisela Fux sagt, …“ (ze.tt)
Ein Therapeut geteilt durch in namens Gisela?
95. „… fördern wir jeden Studierenden mit 75 000 EUR …“ (Ursula Nonnemacher)
Jede Studierende muss selbst Geld mitbringen. Holperdistolper durch die „gerechte“ Grammatik.
96. „Wir suchen nette Verkäuferin/innen/er“
Wer sich da bewirbt, der ist selbst schuld. Oder ein/e arme/r Sau/erich/innen/er.
97. „Im Kühlschrank sitzt ein Sensor, der erfasst, wann die Bewohner:in die Tür öffnet.“ (Tagesspiegel)
Wenn der Bewohner:in sie öffnet, explodiert er. Der Kühlschrank oder der Bewohner:in? Oder der Doppelpunkt?
98. „Autor/-in:Peter Eisenberg für Aus Politik und Zeitgeschichte/bpb.de Sie dürfen den Text unter Nennung der Lizenz CC BY-NC-ND 3.0 DE und des/der Autors/-in teilen.“ (Die Bundeszentrale für politische Bildung zu einem Artikel, der sich kritisch mit der Genderei auseinandersetzt.)
Herr (!) Professor Eisenberg war kein /-in! Auch kein desder/in!
99. „Autoren/-innen: Andreas Rödder, Silvana Rödder“ (Bundeszentrale für politische Bildung zu einem weiteren kritischen Beitrag)
Wie viele Autoren und wie viele -innen? Sachlich korrekt? Präziser?
100. „Wir suchen ein*e Stylist*in“ (ein Schild in Berlin)
Falls da auch ein Mann „mitgemeint“ sein sollte, wäre also dieser Anteil: „Wir suchen ein Stylist“. Das Foto wird von Spiegel Online als Beispiel „Gendern im Alltag“ für den Aufmacher einer Kolumne verwendet.
101. „Ob Noah Matofsky, Peter Dinklage oder RJ Mitte – diese Künstlerinnen und Künstler zeigen, dass Behinderungen keine Grenzen für kreativen Ausdruck setzen.“ (Deutsche Welle)
Welche Künstlerinnen bitte?
102. „Corona-Impfstoff zum Inhalieren: Forschende suchen Teilnehmende für Studie“ (RND)
Das sind dann inhalierende Teilnehmende? Oder teilnehmende Inhalierende? Und suchende Forschende oder forschende Suchende?
103. „(2) Landesabstimmungsleiterin oder Landesabstimmungsleiter sind die Landeswahlleiterin oder der Landeswahlleiter. Stellvertreterin oder Stellvertreter der Landeswahlleiterin oder des Landeswahlleiters sind die Stellvertreterin oder der Stellvertreter der Landeswahlleiterin oder des Landeswahlleiters. Die Landesabstimmungsleiterin oder der Landesabstimmungsleiter führt die Geschäfte des Landesabstimmungsausschusses.“ (§ 32 des Gesetzes über das Verfahren bei Volksinitiative, Volksbegehren und Volksentscheid des Landes Brandenburg)
So geht das über 27 Seiten! Eine Person sind Leiter?
104. „Wer Finnlands nächster Präsident oder Präsidentin wird, entscheidet sich…“ (tagesschau.de)
Wer wird nächster Präsidentin? Jaja, das genderneutrale Fragepronomen „wer“. Und das bei einer Wahl, wo von den neun Kandidaten genau zwei Männer die Chance haben, in die Stichwahl zu kommen (was dann auch genau so geschehen ist).
105. „… rechtsextreme Richter (muss man die auch gendern? … Sicherheitshalber:)… Rinnen und Richter …“ (Deutschlandfunk 5.2.24)
Ohne die Rinnen wäre das ungerecht.
106. „ Die… Creatorin … ist zertifizierter Coach.“ (Techniker Krankenkasse)
Wie spricht man Creatorin aus? Noch mal vollständig: Die Creatorin ist zertifizierte Coacherin. Und das Autory ist ein Spinny!
107. „Nur Volkswagen als Markeninhaberin …“ (tagesschau.de)
Die Volkswagen ist auch eine Autin und Produzentin und Arbeitgeberin und Fabrikin und Produktionsstandortin und Tarifpartnerin, wie kriegt sie alle diese Jobsinnen unter eine Hütin? Muss das nicht die Volkswagin heißen? Fragen über Fragen.
108. Eine Arbeitsgruppe des Leibniz-Instituts für Gewässerökologie und Binnenfischerei stellt ihre Mitarbeiter so vor:
Programmbereichssprecher*in (Ein Mann)
Wissenschaftliche*r Mitarbeiter*in (Ein Mann und eine Frau)
Technik und Labor (Ein Mann … und noch einer)
Doktorand*in (Eine Frau)
Postdoktorand*in (Eine Frau)
Wär ja noch schöner, wenn man einfach die jeweils spezifische Form verwendet. Welche Information wird hier transportiert?
109. „Werde HateAidSupporter*in“ (Die Organisation „HateAid“ )
Wem fällt dazu noch was ein?
110. „Danke, liebe muslim*ische Freund*innen …“ (Die protestant*ische Katr*in Göring-Eckardt auf „X“ 16.06.24).
Die männl*ichen muslim*ischen Freund*innen finden das sicher auch lustig.
111. „Grammatik und Rechtschreibregeln sind ein kolonialrassistisches tool von white supremacy um BIPoCs zu unterdrücken don’t @ me“ (Ayesha Khan)
Gilt das auch für die Muttersprache von Frau Khan? Und das Rechtsfahrgebot erst! Und die Schwerkraft: Scheißgravitation!
112. … „solange die Person eine*n Dolmetscher*in braucht.“ (Ayesha Khan)
Hauptsache, sie kann richtig falsches Deutsch. Richtiges Deutsch ist ein Unterdrückungsinstrument.
113. „Rentenversicherungsträger*innen“ (Verdi)
Das muss so etwas Ähnliches sein wie die Doppel-T-Träger*innen, Flugzeugträger*innen oder Gepäckträger*innen.
114. „Künstliche Intelligenz als Komponistin“ (rbb24.de)
Auf welcher Musikschule hat sie das gelernt? Kann sie auch ein Instrument spielen? Warum nicht auch als Tänzerin und Sängerin?
115. „Eindeutiges Ergebnis vom 25. März: Die Galileo-Zuschauer:Innen sind zu 86% gegen Gendern.“
Alles klar?
116. „Kontaktbeamter/-in“ (eine TV Dokumentation)
… muss Deutscher/-in im Sinne des Grundgesetzes sein?
117. „Werde Weltveränderer*in und schreib dich ein“ (Die Universität Rostock auf einem Werbeplakat)
Germanistik? Lieber nicht, sonst wirst du Verschlimmbesserer*in wie d. Erfinderer*in dieser Werbung.
118. „Josephine Apraku, Autor*in, Svenja Gräfen, Autor*in und Moderator*in, Luca Mael Milsch, Autor*in und Übersetzer*in, Rike Scheffler, Autorin und transdisziplinäre Künstler:in, Prof. Dr. Francis Seeck, Sozialwissenschaftler*in, Judith und Christian Vogt, Schrifsteller*innen“
(Aus der Unterschriftenliste gegen die Anstellung von Thilo Mischke als ttt-Moderator)
Das sind offenbar alles Personen, die nicht wissen, ob sie Männlein oder Weiblein sind. Die beiden am Ende der Liste sind wohl multiple Persönlichkeiten? Aber alle wissen, wie Cancel-Culture funktioniert und wie man eines seiner wichtigsten Kulturgüter demoliert.
119. „… meine Arbeitskolleg*in und eine gute Parteifreund*in“ (Hacer Aydemir über Shirin Kreße – zwei Frauen bei den Grünen, die in eine Intrige gegen einen (männlichen) Parteikollegen involviert sind)
Welche besondere Information vermitteln die Sterne? In der Selbstbeschreibung von Aydemirs Instagramprofil heißt es: „Your favorite cunt for bundestag“
120. „Langzeitleistungsbeziehende“ (Bundesagentur für Arbeit)
Wie wär’s denn mit „Langzeitarbeitsuchendengeldzweibeziehenden? Oder „Langzeitarbeitssuchendengeldzweibeziehende Kund Innen“? Oder „Langzeitarbeitslos Innen“? Oder „Langzeitbürger Innengeldbeziehende“?
121. „… einer oder einem Mitglied …“ (Kreistag Oder-Spree)
Wenn wir schon keine Rinnen anschrauben, dann wollen wir DAS Mitglied wenigstens ein bisschen gendern, merkt ja (fast) keiner.
122. „DeepSeek arbeitet mit Expert:innen“
Das (m/w/d) habt ihr vergessen. Da werden bestimmt ein paar nonbinäre Silizium-Chips klagen.
123. „Behörden und auch Parteien müssten ‚für alle Bürgerinnen und Bürgerinnen gut lesbar, gut verständlich und nachvollziehbar‘ kommunizieren.“ (Tagesspiegel/CDU-Fraktion Pankow) Und Bürger:Innen und Bürger*innen, und Bürger Rinnen nicht zu vergessen!
124. „Damals kamen 10.000 Zuhörende.“ (RND) Und zwei „Weghörende“?
125. „Versicherte und Versicherte“ (Britta Müller, parteilos, Gesundheitsministerin Brandenburg 4.6.25)
Der zweite Versicherte ist wahrscheinlich „Versichertinnen mit Notbremsung“.
126. „Die Autorin oder den Autor ist außerdem in einer Weise an den Erträgen aus der Verwertung des Werks zu beteiligen …“ (verdi)
Grammatische Folgeprobleme?
127. „… ist im Einverständnis mit der Autorin oder des Autors möglich.“ (ebenda)
Mehr Grammatische Folgefolgefolgeprobleme …
128. „… doch nun könnte die Besitzerin auf Basis von Leerstandsverbot und Denkmalschutz enteignet werden.“ Woran denken Sie bei diesem ersten Satz? An eine Frau, einen Mann,oder etwas anderes? (Nichtzutreffendes bitte streichen und erst dann weiterlesen)
weiter geht’s:
„… im Raum steht eine Enteignung der Eigentümerin – der Russischen Föderation.“ […]„… das Ensemble gehört Russland – und damit einem ausländischen Staat, der …“ […]„… Russland als Eigentümerin …“ […]„Als gewöhnliche Immobilienbesitzerin muss der russische Staat sich also kümmern …“ […]„… die Eigentümerin Russland.“ (rbb24.de, 10.6.2025)
DER Russische Staat, DIE Russische Föderation und (DAS) Russland ist also weiblich?
129. „Es ist einfach voll uncool, wenn überall dieses Wort auftaucht, das so negativ ist. Also, ich mein, so Wörter wie ‚rechts überholen‘ oder ‚rechtskräftig‘ – das geht doch gar nicht mehr. Sprache ist voll mächtig und so, und deshalb müssen wir das halt irgendwie ändern. Da geht es auch um Respekt“ (Jette Nietzard, Sprecherin der Grünen Jugend über das Wort „rechts“)
Voll kuhl? Meine Mutter hat oft gesagt: „Einbildung is ooch ne Bildung“ … manchmal sogar die Einzige. Rechtsfahrgebot, Rechtschreibung, Rechtsanwalt, Rechtshänder – weg damit! Wenn dann der Rechtsstaat abgeschafft ist, bestimmen solche Typen, wo es lang geht.
130. „Schriftstellende“ (ZDF)
Waren das Dummschwatzende oder Aufschneidende?
131. “… zahlreiche Studierende, Forschende und Hochschulpersonen, …“ (ZDF)
Hochschulende gibt es noch nicht? Das war bestimmt eine wahrhaft gerechte männliche (?) Medienperson. Mitglieder*In bei den Neuen Deutschen Meinungsmacher geteilt durch Innen?
132. „Personen*innen“ (ein Kommentar bei rbb 24)
Die Person(*in?) nannte sich edler Pfau – wohl eher ein*e eitler*in Pfau*in?
133. „Suche nach Investoren – ICC hat ‚ausreichend Bietende‘ für neue Nutzung gefunden“ (rbb24)
Ob sie dann aber auch „Kaufende“ und „Betreibende“ werden, ist noch unklar. Irgendwann ist sowieso Bietende. Waren das alles Menschen? Oder geschlechtslose juristische Personen? Im Text geht es dann so weiter: „Suche nach einem Investor“, „mit wievielen Anwärtern“ … nach einem*r Investierenden und Anwartende war wohl zu kompliziert?
134. „Es ist uns wichtig, alles in unserer Macht Stehende zu tun, um den Kontoinhabenden beziehungsweise eine berechtigte Person zu ermitteln.“ (Sparda Bank Hessen)
DIE Kontoinhabende ist mal wieder trotz der Genderei und drei überflüssiger Buchstaben verschwunden. Warum wohl? Vielleicht weil die unbekannten Kontoinhaber schon geschlechtsneutral sind, der Kontoinhabende aber definitiv männlich gemeint sein muss, wenn man das Gendern ernst nimmt.
135. „Zivilisten:innen“ (rbb24)
Die Autoren geteilt durch innen halten sich wahrscheinlich für Journalisten geteilt durch innen. Sie waren nie Soldaten geteilt durch außen.
136. „Im Vergleich zu Angestellten haben Beamtinnen und Beamte eine Lebenserwartung, die um zwei Jahre höher ist.“ (IW Köln)
Wo sind die Angestelltinnen? Und die Selbständiginnen? Und die Arbeitslosinnen?
137. „Muss das Land Millionen an seine Beamte nachzahlen?“ (tagesschau.de)
Da wird sich die Beamte aber freuen, wenn das klappt. Wie heißt sie?
138. „Kolleginnen und -kollegen“ (tagesschau.de)
Grammatische Folgeprobleme?
139. „Mitgliederinnen und Mitglieder“ (tagesschau24)
So wie die Kinderinnen und Kinder? Häuserinnen und Häuser, Länderinnen und Länder…
Die armen Opferinnen und Opfer haben all ihre Gelderinnen und Gelder verloren.
(Generische Subtantive ohne Movierung: DAS Mitglied, DAS Kind, DAS Opfer …)
140. „Belohnung könnte Mitwissende motivieren“ (ZDF heute)
Da kriegt man ja Mitessende, wenn man so etwas liest.
141. „Majestätinnen und Majestäten“ (tagesschau24)
Die Majestät und ihre Majestätin gehen jetzt getrennte Wege?
Was täte die Majestät nur ohne Innen?
142. „Grundrechte“ statt „Bürgerrechte“, „Studierende“ statt „Studenten“ oder „alle“ statt „jeder“ (Empfehlungen digitalcourage.de)
„Die Bürgerrechte sind … als kleiner Teil der Charta der Grundrechte … definiert: …“ (Wikipedia)
Auf dem Weg zur Grundmeisterin um Grundgeld zu beantragen ist sie auf dem Grundsteig ausgerutscht?
Schlafende Studierende? Jeder kann Kanzler werden, aber nicht alle! Präzision? Rechssicherheit?
143. „Ärztinnen und Patienten“ (ebenda)
Dann aber auch Räuberinnen und Gendarmen, Täterinnen und Opfer, Lügnerinnen und Betrüger … oder nur da, wo es passt?
144. „Protest von Synchronsprechenden“ (ZDF)
Ein Chor? Sprechgesang?
145. „… erkundigte er sich, ob ärztliches Personal im Publikum sei.“ (Tagesspiegel)
Hat Lars Eidinger das getan? Oder hat „journalistisches Personal“ das nach „Genderecht“ übersetzt?
Die Originalmeldung der Berliner Zeitung lautete: „… fragte Eidinger, ob sich unter den Zuschauern ein Arzt befinde.“

Ein weiblicher Mensch, der Bürgermeisterin ist?
Oder eine männliche Person, die Bürgermeister ist?
Und was heißt zum:r?
146.„Länder-Chefs und Länderinnen-Chefs“ (Phönix)
Einfach genial! Oder wollte hier jemand auf den Irrsinn hinweisen?
147.„Nach dem Gesetzeswortlaut sind männliche Personen ab der Vollendung des 17. Lebensjahres dazu verpflichtet, Auslandsaufenthalte, die länger als drei Monate dauern, vorab beim zuständigen Karrierecenter der Bundeswehr genehmigen zu lassen.“ … Eine Genehmigung von Auslandsaufenthalten sei aber immer dann zu erteilen, wenn „für den betreffenden Zeitraum keine konkrete Dienstleistung als Soldatin oder Soldat zu erwarten ist“ (Ein Sprecher des Bundesverteidigungsministeriums zitiert vom Tagesspiegel)
Welche männliche Person muss denn eine konkrete Diestleistung als Soldatin …? Vielleicht ein weiblicher Mensch, der als Soldat Diest leistet?
148. „Bürgergeldempfangende“ (Chef der DAK Gesundheit)
Ich hab noch ein paar alte tragbare Rundfunkempfangende. Und zwei Sattelitenreceivende.
So etwas ist die Grundlage wissenschaftlicher Aussagen über die Verbreitung der Genderei und die „adäquate Abbildung der Komplexität“. Lieber gleich doppelt und dreifach gendern, es könnte ja eine:/_*r:_-/*In (m/w/d) klagen. Es folgen noch ein paar Stellenanzeigen:
Managementdirektor:in (m/w/d), Künstlerische/r Direktor/in (m/w/d), Videograph/in (m/w/d), Fachangestellte:r (m/w/d), Wissenschaftliche*r Mitarbeiter*in, Vorsitzende/r der Geschäftsführung (CEO) (m/w/d), Teamleiter*in (m/w/d), Gestalter*in (m/w/d), Ingenieur*innen als Projektmanager*innen (m/w/d), Technische/r Sachbearbeiter/in/Dokumentar/in (m/w/d).
Bitte hundert Mal laut vorlesen.
Die Krönung gibt’s auf Gendenglisch: Content Creator:in (m/w/d). Die Leipziger Buchmesse kennt sogar „Cosplayer:innen“!
Wäre Gendern ein Medikament zur Heilung einer kranken Sprache,
Bernd Schneider
so müsste der Therapieversuch sofort abgebrochen werden.
Die unerwünschten Nebenwirkungen überwiegen einen wahrscheinlich gar nicht vorhandenen positiven Effekt bei weitem.