„Gefährlich wird es dort, wo moralische Selbstgewissheit
Klaus Knorr
die sorgfältige Wahrnehmung der Wirklichkeit ersetzt.“
Das Fischbrötchen
oder: Wie geht Demokratie?
B.S. 4.9.2026
2 Minuten Lesezeit

In MV macht die Union mit diesem Slogan Wahlkampf. Klingt doch ganz nett für die „Fischköppe“, wo das Fischbrötchen schließlich zum Weltkulturerbe gehört. Es heißt ja: „In der allergrößten Not schmeckt die Wurst (oder der Fisch) auch ohne Brot“. Da könnte jemand kommen und kontern: „Aber das Brötchen macht satt“.
Allerdings ist das nicht kulinarisch, sondern politisch gemeint. Und da könnten diese Aussagen ziemlich problematisch sein. Denn wenn die Union nach eigener Vorstellung „die Mitte“ repräsentiert (und die FDP auch), wer ist dann „Links“ oder „Rechts“?
Links wollten ja mal die Sozialdemokraten sein, die halten sich jetzt aber auch für „Mitte“, sind aber mit ihrer Volkserziehungsattitüde gemeinsam mit den Grünen zumindest teilweise über den linken Rand gerutscht. Dabei haben sie nur vergessen, ihre eigentlichen Wähler mitzunehmen.
Um im Bild zu bleiben: Was ist ein Fischbrötchen ohne Brötchen? Oder: was ist eine Demokratie ohne „Links“ und „Rechts“? Wenn aber die AfD hinter der „Brandmauer“ (oder der Wand von Franz Josef Strauß) ist, dann ist sie zu rechts für das demokratische Spektrum. „In Teilen gesichert rechtsextrem“ bestätigt das.
In einer Demokratie sollte doch aber auch rechts und links der Mitte Platz sein. Könnte es sein, dass die Union viele demokratisch rechte Positionen geräumt hat und sie denen hinter der Brandmauer überlässt? Könnte es sein, dass die AfD genau die Lücken füllt, die die Union, aber auch SPD und Grüne aus Angst vor linken Shitstorms gelassen haben?
Bei der linken Hälfte des Brötchens sieht es fast noch schlimmer aus: Es gibt inzwischen sogar zwei (einigermaßen relevante) Parteien, die eigentlich hinter die linke Brandmauer gehören. Eine davon hat es sogar geschafft, SPD und Grüne mit ihrer „woken“ Ideologie zu unterwandern. Gefühle statt Fakten und moralische Empörung statt Argumente ist hier das Prinzip. Ein klassisches Prizip von allen autoritären Ideologien. Die andere streckt die Hand sogar schon in Richtung hinter die rechte Brandmauer aus. Für diese beiden Parteien (und ihre Tarnorganisationen) sind sogar Union und FDP schon rechts hinter der Mauer. Stimmt ja auch irgendwie, wenn man meine Einschätzung teilt, dass deren „demokratisches“ Spektrum bestenfalls von linksradikal über linksextrem bis sehr links reicht. Alle anderen sind Nazis.
Wenn selbst die Union zumindest teilweise diesen pseudolinken und pseudowissenschaftlichen Bürgerinnen und Bürgerinnen-Unfug mitmacht, dann ist das eine Kapitulation … vor wem wohl? SPD und Grüne machen noch mehr von diesem Unfug mit und wollen ihre Wähler erziehen. Sie fördern sogar die als „Zivilgesellschaft“ getarnten pseudolinken Vorfeldorganisationen ausgiebig.